Pinguinkolonie kuschelt am Bertoldsbrunnen

Manuel Lorenz

Beobachter sind sich uneins: War es der peinlichste Flashmob in der Geschichte der Stadt Freiburg? Oder der kleine Anfang von etwas ganz Großem? Denn klar ist: Wir brauchen Wärme. Nicht nur in den kalten Tagen, die uns Kachelmann vorausgesagt hat. Nein, auch in der allgemeinen Kälte der Gegenwart. Weil:



Wir müssen es wie die Pinguine tun: näher zusammenrücken, nein: ganz nah zusammenrücken. Wir müssen uns bewegen und kuscheln und aneinanderreiben. Nicht nur mit Menschen, mit denen wir sowieso eng befreundet sind, sondern auch mit Fremden. Die diese Nähe, diese Wärme benötigen, um nicht zu erfrieren.


Wir müssen es wie die Pinguine tun - und zwar nicht nur an einem Mittwoch, am Bertoldsbrunnen, zwischen 13 Uhr und 13.05 Uhr, sondern immer, überall, zu jeder Zeit.

Vielleicht waren die acht, neun Pingu-Menschen, die sich heute um 13 Uhr am Bertoldsbrunnen zu einer Pinguinkoloniekuschelgruppe zusammenfanden, im Kreis watschelten und sich aneinanderrieben die Keimzelle einer großen Bewegung - die vom Bertoldsbrunnen ausgehend ganz Freiburg erfasst, dann Baden-Württemberg, dann Deutschland, dann Europa, dann die Welt. Vielleicht aber auch nicht, was sehr schade wäre.

Jedenfalls hat der SWR (das stand zumindest auf Kamera und Mikro) die Aktion dokumentiert und strahlt heute Abend einen kleinen Beitrag dazu aus - falls das Material dafür reicht.

Und: Wir haben noch ein Duzend Pingu-Kekse in der Redaktion rumliegen! Wer vorbeikommt, kriegt einen - antarktische Kuschelei inklusive.