PH-Rundfunk: PH-Studenten machen Radio

Christian Deker

Heute Abend um 18 Uhr geht das Radio der Pädagogischen Hochschule (PH) erstmals auf Sendung. Zunächst ist es im Internet als Streaming zu empfangen, bald aber auch über einen UKW-Sender in Freiburg auf der Frequenz 88,4. Vor dem Start hat sich fudder-Autor Christian mit den beiden Moderatoren Nina Brieke (Foto oben, links) und Thorsten Stricker (Foto unten, links) unterhalten.



Offizieller Sendestart des PH-Radios - Ihr beide moderiert heute Abend live die zweite Sendestunde. Habt Ihr schon ein bisschen Bauchkribbeln?

Nina: Ja, also ich hab auf jeden Fall Bauchkribbeln! Aber ohne wäre es auch langweilig.Thorsten: Obwohl ich schon ein bisschen Erfahrung bei einem freien Radiosender gesammelt habe, ist jede Sendung ist immer wieder aufregend. Aber ich denke das ist normal und gehört auch dazu.

Was ist das PH-Radio überhaupt? Was für Sendungen strahlt Ihr aus?

Nina: Das PH-Radio ist in erster Linie ein Lernradio für Studierende. Der Sendeplan ist sehr vielfältig: es gibt unter anderem Sendungen von Kindern und Jugendlichen ("Schule & Co&"), Sendungen des Senioren-Studiums ("Radio Rostfrei”) und natürlich von uns Studis selbst, das Campus-Radio. Klar sind auch Musik-Specials im Programm.

Thorsten: Dadurch, dass die Redaktionen aus Studierenden, Seniorstudierenden und Schulkindern bestehen, ergeben sich fast zwangsläufig sehr unterschiedliche Inhalte. Sollten dennoch einmal gleiche Themen aufgegriffen werden, werden diese alle aus unterschiedlichen, altersbedingten Blickwinkeln beleuchtet, so dass das Programm für den Hörer bestimmt interessant bleibt.



Ihr bezeichnet Euch als Lernradio. Wer kann vom PH-Radio was lernen? Kann auch ich als Hörer lernen?

Nina: Wir Studenten lernen Radio zu machen, mit allem, was dazu gehört: Interviews, Moderation, Technik, aber auch organisatorischen Kram und vor allem wie man das Medium für seine pädagogische Arbeit nutzen kann. Der Hörer “lernt” im besten Fall mal wieder ein bisschen anderes Hören, denn wir sind kein kommerzieller Sender. Das heißt, dass wir auch mal länger als 1:30 Minute reden und nicht immer die mehr oder weniger gleiche Musik läuft.

Thorsten: Das Besondere ist, dass jede Redaktionsgruppe von pädagogisch und fachlich geschultem Personal dabei unterstützt wird. Jeder kann lernen, wie man Radio macht und wird dabei nicht allein gelassen. Andererseits wird man auch nicht dauernd überwacht, die Leute sind als stützende Hilfe da. Die Themen und Inhalte bestimmen die Gruppen selbst. Die Gruppen lernen durch die Leiter, wie sie ihre Ideen am besten umsetzen können. Wir hoffen aber auch, dass unsere Beiträge interessant und lehrreich für den Hörer sind.

Nina, Du bist für die Sendung "Schule & Co" zuständig. Was machst Du da genau?

Nina: Ich leite mit einem Redaktionskollegen eine Radio-AG mit fünf Schülern einer 6. Klasse der Reinhold-Schneider-Schule. Sie lernen Interviews zu führen, Umfragen, Moderation, bis hin zur kompletten eigenen Sendung. So ganz nebenbei ist da sicher ein Schwerpunkt auf der Sprache - zum Beispiel: Wie sage ich was, wie klingt es, wie verstehen es die Zuhörer...



Und in welcher Redaktion bist Du, Thorsten?

Thorsten: Ich bin Mitglied der Campus-Redaktion, also der “normalen” studentischen Redaktion und daneben auch in der Musikredaktion. Außerdem bin ich noch Tutor der Seniorenredaktion. Dabei stehe ich den Seniorstudierenden vor allem in technischen Angelegenheiten und der Bearbeitung ihrer Beiträge zur Seite.

Wie sind Eure bisherigen Erfahrungen, die Ihr beim Radiomachen mit den Schülern und Senioren gemacht habt?

Thorsten: Bei den Senioren habe ich gemerkt, dass noch große Berührungsängste zur Technik bestehen. Der Abbau dieser Angst kann manchmal ziemlich dauern, aber inzwischen klappt das auch bei ihnen immer besser.

Nina: Die Kids haben mich hauptsächlich positiv überrascht, sie sind sehr motiviert und begeisterungsfähig und es stellen sich schnell Erfolge ein.

Je mehr sie “raus” dürfen und selber machen, desto besser. Aber natürlich müssen sie auch lernen, dass zum Radiomachen auch "Schreibtischarbeit" gehört. Also zum Beispiel Recherche, Fragen und Sendeplan überlegen und notieren usw.

Was ist der Reiz am PH-Radio? Wollt Ihr später Radiojournalisten werden?

Thorsten: Schon vor dem Abitur habe ich mit dem Gedanken gespielt, zum Radio zu gehen. Da man in dieses Medium aber nur schwer hineinkommt, habe ich mich zuerst einmal anders orientiert. Nebenher moderierte ich aber immer mal wieder als Gast die Musiksendung eines Freundes bei einem freien Radio in Schopfheim. Als das Radioprojekt an der PH gegründet wurde, war ich sofort dabei. Denn ich habe mein ursprüngliches Ziel noch nicht aufgegeben. Mein Traum wäre es, eine eigene Sendung für "elektronische Tanzmusik" bei einem Sender zu haben. Aber Radiojournalist oder Moderator wäre auch nicht schlecht.

Nina: Mein Schwerpunkt liegt klar bei der Medienpädagogik, deshalb hatte ich sehr viel Glück von Anfang an bei der Entstehung und beim Aufbau des Radios dabei zu sein. Und obwohl ich schon mal bei einem freien Radio in Ulm gearbeitet habe lerne ich unglaublich viel. Ob ich Radiojournalistin werde, weiß ich noch nicht, könnte aber gut sein!

Jetzt habt Ihr das letzte Wort...

Thorsten: Vielen Dank für dieses Interview. Ich hoffe, dass den Hörern unser Programm auf PH 88,4 gefallen wird. Wir sind an kritischen Anregungen sehr interessiert. Unser Programm, die e-Mail-Adressen und vieles mehr gibt es auf www.ph-freiburg.de/radio

Nina: Hört mehr Radio! Besonders PH 88,4...