Parship, OKcupid, C-Date & Co: Die Online-Liebes-Jagdgründe

Vera Sophie Stegner

Es gibt ungezählte Dating-Plattformen im Internet – Wir stellen bekannte, verruchte, seriöse und dubiose vor:

   

Die Seriösen: Parship


Das Versprechen:
„Alle elf Minuten verliebt sich jemand bei Parship, der Partnerbörse für Singles mit Niveau.“
Die Wahrheit: Es stimmt schon, viele Lehrer, Ärzte und wer sonst noch so einen Uniabschluss hat, treiben sich hier rum. Jedes Profil wird auf Echtheit geprüft. Es geht tatsächlich sehr gesittet zu.
Der Haken: Hier ist vor allem eine Horde verzweifelter Frauen um die 40 unterwegs. Männer können sich also zurücklehnen.
Der Preis: Sex gibt’s im Netz umsonst, Liebe kostet! Mindestens 269 Euro für ein halbes Jahr. Und Geduld bei der Anmeldung. Der Persönlichkeitstest zu Beginn dauert.
So ähnlich wie: Elitepartner, Friendscout24 und E-Darling.

Die Blender: Tinder


Das Versprechen:
„So lernt man sich heute kennen!“
Die Wahrheit: Stimmt! Tinder hat eingeschlagen wie eine Bombe. Dabei ist das Prinzip sehr simpel: kurz ein Foto betrachten, entscheiden, mit einem Wisch ist alles weg. Es ist ein Spiel.
Der Haken: Meist passiert nach einem Match gar nichts. Oder man bekommt Sex angeboten.
Der Preis: Zeit – Achtung, Suchtfaktor!
So ähnlich wie: Lovoo.

Die Abenteurer: C-Date
Das Versprechen:
„Hier werden Fantasien wahr.“
Die Wahrheit: Scheint zu stimmen. Und eine Marktlücke zu sein. Angeblich melden sich täglich 25 000 neue Mitglieder an, die ihre Fantasien zuhause nicht erfüllt kriegen.
Der Haken: Fremdgehen war noch nie so einfach!
Der Preis: Für Frauen ist C-Date kostenlos. Männer zahlen 119 Euro für drei Monate. Das sagt alles darüber, was hier passiert, oder?
So ähnlich wie: Secret, Joyclub und Ashley Madison.

Die Unschuldigen: Facebook


Das Versprechen:
Sich nie mehr aus den Augen zu verlieren.
Die Wahrheit: Man verliert sich nie mehr aus den Augen.
Der Haken: Man kann sich nie mehr aus den Augen verlieren. Wir wissen plötzlich viel zu viel über unsere ex- und zukünftigen Lover.
Der Preis: Die Abgabe sämtlicher privater Daten.
So ähnlich wie: Konkurrenzlos.

Die Hipster: Okcupid


Das Versprechen:
Wir benutzen Mathematik, um Dir Dates zu organisieren!
Die Wahrheit: Tun sie wirklich. Okcupid lässt seine Nutzerinnen und Nutzer nicht nur Fragen wie „Wem würdest Du ein dunkles Geheimnis verraten“ beantworten, sondern lässt sie auch einordnen, welche Wichtigkeit die Antwort für sie hat.
Das Ergebnis: Der Matching Algorithmus, mit dem entschieden wird, wer zueinander passt, ist besonders gut.
Der Haken: Die meisten Nutzer sind sehr jung, um die 20.
Der Preis: kostenlos.
So ähnlich wie: Bildkontakte.

Die Kostenlosen: Finya


Das Versprechen:
Seriös, kompetent und kostenlos.
Die Wahrheit: Kostenlos ist es wirklich. Dadurch, dass es Finya schon 12 Jahre gibt, wissen sie auch, was sie tun.
Der Haken: Nun ja, es ist kostenlos. Jeder kann mitmachen, und der Umgangston ist nicht gerade charmant. Die Männer hier haben klare Ziele.
Der Preis: kostenlos.
So ähnlich wie: Badoo.

Der Versandhandel: Shopaman


Das Versprechen:
Produkte zum Verlieben.Die Wahrheit: Männer werden angeboten wie DVDs. Und finden das geil.
Der Haken: Wenn man seinen Mann als kaufwilliges Produkt in einen Warenkorb gelegt und gekauft hat, bleibt unklar, wie gesund diese Beziehung hinterher sein kann.
Der Preis: Für Männer: ihre Würde. Für Frauen: Nerven, später auch Geld, wenn man wirklich in Kontakt treten will. Denn dafür werden Monats-Abos oder Credits für einzelne Aktionen fällig.
So ähnlich wie: Amazon.

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