Klein, aber oho

Nischenstudiengang mit Potential: Kristallographie im Studiengangcheck bei fudder

Christoph Kölle

Jeder Jurist ist ein Schnösel, jede Psychologie-Studentin hat einen Knacks: Vorurteile über Studierende gibt es viele. fudder erklärt, womit sich Freiburger Studiengänge wirklich beschäftigen und was an den Klischees dran ist. Heute: Kristallographie.

Worum geht's?

Kristallographie heißt an der Uni Freiburg korrekterweise Sustainable Materials (nachhaltige Materialien) mit der Profillinie Crystalline Materials und ist bei der Fakultät für Chemie und Pharmazie angesiedelt. Für den "Signature"-Masterstudiengang der Uni Freiburg kommen die Leute aus der ganzen Welt nach Freiburg.

Primär beschäftigt man sich in diesem Studium mit der Züchtung und Charakterisierung von Kristallen und erlernt die Anwendung der dazugehörigen Technologien. Damit verbessert man zum Beispiel Solarzellentechnologie oder Röntgendetektoren in der Medizin. Zur Untersuchungszwecken werden Kristallproben sogar ins Weltall geschossen, um die Auswirkungen der Gravitationskräfte auf das Material zu überprüfen. Alle Vorlesungen im Studiengang finden übrigens in englischer Sprache statt, um der internationalen Ausrichtung und auch der Zielgruppe Rechnung zu tragen.

Gender-Check

Es gibt ein wenig mehr – oder wie wir sagen ein µ – mehr Männer als Frauen. Im Wintersemester 2018/2019 begannen insgesamt 17 Studierende das Studium der Kristallographie. Davon sind 14 männlich (82,352941176470588235294117647059 Prozent) und drei weiblich (17,647058823529411764705882352941 Prozent). Folgende Tatsache hat zwar nichts mit dem Gender-Aspekt zu tun, zeigt aber die internationale Ausrichtung des Studiengangs: Viele der Studierenden kommen unter anderem aus China, Indien, Südkorea oder Norwegen.

Ein Vorurteil, das völlig erfunden ist

Ein Vorurteil, das völlig erfunden ist, ist das Vorurteil, dass es Vorurteile im Bezug auf den Studiengang Kristallographie gebe.

Ein Vorurteil, an dem was dran ist

Da den Studiengang wirklich fast niemand kennt, gibt es keine Vorurteile.

Der beliebteste Spruch

Bitte was studierst du? Bevor man wirklich so weit ausholt, um zu erklären, was das tatsächlich ist, entscheidet man sich dann lieber "Ich studiere Materialwissenschaft" zu sagen. Erklären muss man dann zwar trotzdem – aber nicht so lange.

Warum man Kristallographie studieren sollte

Irgendjemand muss die Energiekristalle, die die Zukunft vorhersagen und auf Astro-TV gestreichelt werden, bauen und mit Energie aufladen. Wer nicht in dieser Fernsehsparte arbeiten möchte, dem eröffnet sich nach dem Studium jedenfalls ein sehr zukunftsträchtig Berufsfeld. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird man keine Probleme haben, einen Job zu finden. Später arbeitet man oftmals in der Halbleiterindustrie, in der Photovoltaikindustrie bei Solarzellenherstellern oder aber in Forschungseinrichtungen wie dem Fraunhofer Institut oder der Universität.

Das nervt

Durch die begrenzten finanziellen Mittel sind viele Laborgeräte nicht mehr auf dem neuesten Stand und müssen häufig gewartet werden.

Was Kristallographie-Studierende in der Vorlesung machen

Zuhören. Besser ist das auf jeden Fall, wenn inklusive dir nur fünf Leute in der Vorlesung sitzen und der Professor höchstens drei Meter vor dir steht.

Wo Kristallographie-Studierende anzutreffen sind

Den gemeinen Kristallographie-Studenten findet man vor dem PC, im Labor am Mikroskop oder bei der Züchtung von Kristallen.

Work-Life-Balance

Das erste Mastersemester ist noch verhältnismäßig entspannt. Wenn man sich das vierte Semester ausschließlich für die Masterarbeit reservieren möchte, sind sowohl das zweite als auch dritte Semester richtig vollgepackt. Aber für ’ne Kaffeepause reicht es schon noch.



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