Nightlife-Guru: Peter Maffay und Unheilig im Möbelhaus

Nightlife-Guru

Was machen Altrocker Peter Maffay und Unheilig-Brummstimme Der Graf in einem neu eröffneten Freiburger Möbelhaus? Ein neues Sofa kaufen, eine Küche aussuchen, an der Kasse jobben? Nichts davon. Die beiden Musiker gaben am Sonntagabend ein Benefiz-Konzert - und unser Nightlife-Guru war auch da.



Die Jungs an der Tür ...


... sind natürlich von irgendeiner Sicherheitsfirma. Sie tragen rote T-Shirts, haben breite Kreuze und nehmen den Gästen die Regenschirme ab, die man noch am Eingang zum Gelände überreicht bekommen hat. Schade, doch kein Geschenk.

Inneneinrichtung und Deko


Ein Konzert in einem Möbelhaus ist schon ... was Anderes. Die etwa 1000 Besucher verteilen sich auf drei Stockwerke, um von den Emporen auf die Bühne im Untergeschoss einen guten Blick zu haben. Unauffällig zwischen den Regalen herumhuschen is' nich'.

Jedes Stockwerk wird von den Security-Männern bestens bewacht. Einige Fans hängen Handtücher und Fanschals vom Grafen über die Balustrade, er hat nämlich gegen 16:30 Uhr den ersten Auftritt des Benefizkonzertes.

Wer war da


Die Grafen-Fans sind von den Maffay-Anhängern klar zu unterscheiden. Einmal, weil die meisten von ihnen ein schwarzes Unheilig-T-Shirt umgelegt haben und die Frauen oft lilafarbene oder rote Strähnen im schwarzgefärbten Haar tragen. Zum anderen, weil Herr Unheilig auch viel mehr jüngere Fans hat, als der Tabaluga-Papa. Hier kommt die Mama mit der Tochter, um die Hits vom Grafen mitzugröhlen.

Die männlichen Maffay-Fans hingegen sehen häufig aus, wie die Mitglieder einer Motorradbande: lange Zottelhaare, Jeans- oder Lederweste und Indianertattoos (verbreitet sind die Motive: Traumfänger, Wolf vor Mondaufgang). Die weiblichen Peter-Freunde unterscheiden sich kaum: lange Zottelhaare, Jeanshosen und sicherlich auch irgendwo ein Indianertattoo.

Klangwaren-TÜV und Atmosphäre


Hier waren Technikprofis am Werk. Der Sound ist klasse, und das bis in den dritten Stock. Bevor der Graf die Bühne betritt, ist die Stimmung schon am kochen. Als der Filialleiter des neuen Möbelhauses seinen Laden für dessen gute Sache in den Himmel lobt, bekommt er dafür frenetischen Beifall. Auch Der Graf sagt noch schnell, wie gut die Zusammenarbeit mit dem Möbelhaus klappt, wieder wird geklatscht und gejubelt und dann legt er los.

Mit seiner unverkennbaren Stimme gibt er seine besten Hits in einem einstündigen unplugged-Konzert zum Besten. Die Fans sind begeistert, der Graf kann es nicht fassen: alles „wahnsinnig“ und „wunderbar“ hier.



Nach einer kurzen Pause kommt Peter Maffay mit seiner betont coolen und kaugummikauenden Band auf die Bühne. Die Lederjacke legt der Altrocker schnell ab, um seine durchtrainierten Arme freizulegen (nicht schlecht für 62 Lenze!). Danach wird in die Gitarrenseiten gehauen – da steckt Wumms dahinter. Was der kleine Rumäne genau singt, versteht ein Laie nicht wirklich, aber die Fans sind begeistert.



Catering und Getränke


Da hat sich das Möbelhaus nicht lumpen lassen. Vor dem Eingang wurden gleich mehrere Zelte aufgestellt, die den Besuchern kostenlose Getränke und Köstlichkeiten anbieten. Bier, Wein, Sekt oder doch alkoholfrei? Das bleibt die Qual der Wahl für die Gäste. Zum Essen gibt es kleine Frikadellenbrötchen, ein heißes Nudelgericht, süße Speisen und noch mehr. Wer will, kann sich hier ordentlich einen reinstellen, aber alle genießen in Maßen.

Auf dem Klo


Auf dem Parkplatz wurde eine vorübergehende Toilette für Männlein und Weiblein aufgestellt. Dass die insgesamt vier Kabinen für die weiblichen Besucher nicht ausreichen, ist klar. Daher bildet sich hier auch vor und zwischen den Konzerten eine lange Schlange. Immerhin hat man dafür wieder die Regenschirme von den Security-Jungs ausgehändigt bekommen. Außerdem gibt es teure „Sebamed“-Seife.

Aufheiterle


Beim Merchandising-Stand vom Graf von Unheilig gibt es neben Hoodies, Schals und T-Shirts auch eine Unheilig-Puppe. Sie hat eine Glatze, zwei Kinnbart-Dreiecke und trägt schwarz.



Aufregerle


Eigentlich hatten die Fans von Unheilig und Maffay keinen Grund sich aufzuregen. Vielleicht ein bisschen wegen des schlechten Wetters.

Fazit


Fans vom Grafen und von Peter Maffay kamen beim Benefiz-Konzert garantiert auf ihre Kosten. Jeder hatte einen guten Blick auf die Bühne, der Sound und die Stimmung waren klasse, und der Erlös der Eintrittskarten geht an Herzenswünsche e.V. und an die Peter Maffay Stiftung. Den Bauch konnte man sich zudem vollschlagen, und pünktlich zum EM-Endspiel war alles wieder vorbei.