Nightlife-Guru: Länderspiel bei Kaiser Franz

Nightlife-Guru

Fast zwei Monate ist nun das letzte Pflichtländerspiel her. Grund genug für den Nightlife-Guru mal zu schauen, was so übriggeblieben ist von der Schland-Euphorie. Und wo geht das wohl besser, als beim Stellvertreter (Fußball-)Gottes auf Erden, Kaiser Franz? So nennt sich die kleine Public-Viewing-Arena, die im ehemaligen Keglerraum des Deutschen Kaiser in der Günterstalstraße Unterschlupf gefunden hat.



(Die Jungs) An der Tür

  ... erwarten die Gäste erst an der Theke. Dann aber geballt: Etwa acht Mann stehen an den Zapfhähnen und weisen zuvorkommend in Richtung der ehemaligen Kegelbahn, wo ein Indoor-Public-Viewing-Areal aufgebaut wurde.

Inneneinrichtung & Deko

 
Rustikal-modern wirkt der frisch renovierte Kaiser. Der Biergarten ist trotz herbstabendlicher Temperaturen gut besetzt. Die Fußballguck-Arena – ein Holzanbau, der früher als Kegelbahn diente – ist mit Spielertrikots verschiedener Vereine geschmückt, dominiert vom SC Freiburg. Vorn wurde eine riesige Leinwand aufgehängt, seitlich noch ein "kleinerer" Flachbildfernseher. Auf beiden läuft das ARD-HD-Programm, der kleine ist besonders für die Raucher praktisch, die beim Krebserzeugen weiter von draußen durch die Fenster dem Ball folgen können.



Wer war da?

 
Die WM-Fußballeuphorie ist eindeutig zu Ende. Nur elf Leute sind in schwarz, rot und gold gekleidet – und die sind zweidimensional und spielen alle für Belgien. Die Kaiser-Gucker sehen in Hemd oder Polo-Shirt eher aus wie die Pausenquatscher Beckmann und Scholl. Etwa 20 haben sich versammelt und verteilen sich an den Tischen und auf der kleinen Tribüne. Fußballfachwissen ist trotzdem vorhanden: "Die Belgier sinn a ned schlecht!" tönt es badisch von den Sitzen. Und der jüngste Fan, ein ca. 6-Jähriger mit Schweini-Trikot, stellt in der 41. Minute fest: "In fünf Minuten ist Halbzeit!" Substanzielleres kam auch nicht von den Pausenclowns Mehmet und Reinhold.

Spielatmosphäre & Strategie-TÜV

 
Ein eher lahmes Spiel mit wenigen Höhepunkten. Dazu zählen nur das einzige Tor und diese herrlich wollige Wuschelfrisur des Belgiers Fellaini. Da (beim Spiel, nicht bei den Frisuren) hat der Jogi noch Arbeit vor sich, um die alten Stärken, die während der WM zu sehen waren, wieder hervorzukitzeln. Aber Sieg ist Sieg und drei Punkte sind drei Punkte.



Catering & Getränkekarte

Eindeutig den größten Vorzug dieses Etablissements stellt die Verpflegung dar. Im Maß (6,50 €) ist das Bier recht erschwinglich, die Bedienungen sind flott und fragen schon vor dem letzten Schluck, ob es denn noch etwas sein dürfte. Forchecking par excellence.

Zum Magenfüllen gibt es als Beilage verschiedene Fleischerzeugnisse, alles mit Pommes. Die werden reichlich aufgetürmt und die Friteuse läuft heiß, weil sich hier fast jeder seine Fettkartoffelstäbchenportion bestellt.

Aufheiterle

 
Da es wirklich ruhig zugeht, kommt die Erheiterung erst nach dem Spiel, auch von der Leinwand. Einmütiges, leicht hämisches Auflachen erschallt, als in der Zusammenfassung der anderen Spiele das 1:0 gegen den frischgebackenen Ex-Weltmeister Italien fällt.

Aufregerle

 
Keine Vorkommnisse
, besondere schon gar nicht. Und die nur drei Fehler in der einseitigen Speisekarte sind unter dem Freiburger Durchschnitt und damit keine Aufregung wert.

Auf dem Klo nach dem Spiel

 
*Zirpzirpzirp* Einsam steht ein Gartenschirmhalter neben den Pissoirs. Gähnende Leere.



Fazit

 
Eine (bis auf die harten Stühle) gemütliche Vereinsheimatmosphäre macht diesen Ort zu einem wirklich guten Rudelguckplatz. Die große Leinwand, viele Plätze, Surround-Sound und die Verpflegung sprechen dafür, hier sich das eine oder andere Spiel zu Gemüte zu führen. Ideal für Regentage oder wenn die nächste EM oder WM mal im Winter stattfinden sollte.

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