Nightlife-Guru: Brettspieltrinken @ Freiburgs erster Monopoly-Kneipentour

Nightlife-Guru

Am Freitagabend organisierten Freiburger Studenten die erste Monopoly-Kneipentour der Stadt. Der Plan: 20 Kneipen in 20 Straßen besuchen, Start ist der Augustinerplatz, Ziel der Bertholdsbrunnen. Gut 50 Teilnehmer trafen sich - drei Stunden später blieben 20 übrig. Der Nightlife-Guru hielt durch.



Die Jungs an der Tür

Welche Tür? Welche Jungs? Die „Monopoly Tour Freiburg“ wurde still und heimlich auf Facebook angekündigt, Treffpunkt war 21 Uhr auf dem Augustinerplatz. Organisatorin war ein kleines Mädchen mit guter Laune, die das Semesterende kommen sah: „Das muss begossen werden!!!“ Wer reinkommt, war also keine Frage von Türstehern, sondern von virtueller Interessenbekundung: 27 „Zusagen“, 14 „Teilnehmer unsicher“ und 190 „ausstehende Antworten“. Schließlich kamen rund 50.

Wer war da?

Wie sich das für Facebook-Partys im Ländle gehört, keine Polizei und auch keine Party-Hundertschaften. Stattdessen ein kleiner, bunter Haufen aus Geisteswissenschaftlern im zweistelligen Semesterbereich und Jura-Studentinnen im gefühlten zweiten Semester. Man fragte sich zur Begrüßung schüchtern: „Monopoly?“ Ein Mädel schwenkt schon vor Spielbeginn die halbleere Flasche Fruchtweinschorle und freut sich über die geschaffte Lateinprüfung. Aber: Uni oder Abi?'

Das Spiel

Die Spielleiterin trommelt eine halbe Stunde nach Startzeit alle Leute zusammen und erklärt die Regeln: Jede Gruppe, von zwei bis 40 Teilnehmern ist alles erlaubt, erhält einen Stapel mit unleserlich kopierten Spielkarten. Darauf stehen 20 Freiburger Lokalitäten wie der Schwabentorring, die Eschholzstraße oder auch der Hauptbahnhof. Ziel ist, auf so vielen Karten wie möglich eine besuchte Kneipe einzutragen. In jeder Kneipe muss mindestens das halbe Team etwas Alkoholisches trinken und sich die Spielkarte abstempeln lassen. Nach drei Stunden treffen sich alle, die noch können, am Bertoldsbrunnen.

Das ist natürlich optimistisch: Bei 180 Spielminuten bleiben pro Kneipe neun Minuten Zeit. Inklusive Laufweg, Bestellen, Trinken und Bezahlen.



Promillewaren-TÜV

Das Team mit dem Nightlife-Guru besteht anfangs aus drei Startern und eilt erst mal ins Atlantik, um schnell die 45. Minute des Bundesliga-Eröffnungsspiels zu verfolgen. Zum Auftakt gibt es drei Pils. Später kommen noch Freunde dazu und gehen Hemmungen flöten. Zum Glück gibt’s die Spielkarten, um sich an alles zu erinnern:



Halb zwölf auf dem Klo

Egon 54 im Stühlinger. Es riecht nach Gras und Schweiß. Gerade haben wir ein grünes Nilpferd kennengelernt und zu uns an den Tisch eingeladen. Es ist aus Plünsch und gehört wohl zur Kneipe. Zwei Spielstunden sind rum, eine bleibt noch. In der Egonstraße sitzen wir in unserer achten Kneipe, kein guter Schnitt bisher. Und trotzdem wissen wir schon jetzt: Das nimmt kein gutes Ende. Oder ein grandioses.

Aufregerle

Die große Zerstreuung zwischen Innenstadt und Stühlinger verhindert, dass man die gegnerischen Mannschaften in den Kneipen wiedertrifft. Und die knappe Zeit sowieso. Eigentlich macht man eine ganz normale Kneipentour mit seiner Clique und versucht danach am Ziel, die Gesichter vom Anfang wiederzuerkennen.



Aufheiterle

Das Finish am Ziel ist dafür umso schöner: Alle voll, alle rennen aus verschiedenen Richtungen auf den Bertoldsbrunnen zu. Und dann redet jeder durcheinander: Wir waren Bei Gundi! Wir wollten wissen, wieso in der Mon Petit Bar das Bier fünf Euro kostet. Argh, wir hatten gar keinen Stadtplan. Nach Burgerfuttern und Luftholen wird abgerechnet: Zwei Teams kamen ins Ziel; die Gruppe der Organisatorin hat sieben Kneipen geschafft, das Team vom Nightlife-Guru kam auf zwölf.

Fazit

Prima Idee, prima Abend. Vom Samstagskater reden wir nicht. Auch wenn der Kontakt zu den anderen Teams fehlt, ist dafür der Kontakt zu neuen Kneipen umso schöner: Jedem Barkeeper muss man von neuem erklären, warum man jetzt hier einen Kurzen hinter stürzt und dafür einen Stempel will.

Außerdem ist die Mischung spannend: Vom Eiscafé Capri zum Litfass, vom Bahnhofs-Döner zur Mehlwaage – für so eine absurde Kneipentour braucht man wahrscheinlich einen Spielplan. Eine Neuauflage muss es einfach geben, dann vielleicht mit besser ausgeklügeltem Spielbrett.