Neueröffnung: Iss Dich Glücklich

Stephan Elsemann

Freiburg hat eine neue Suppenküche. Marie Therese Henninges hat das Stellersche Suppen-Monopol gebrochen und eine eigene Suppenküche aufgemacht, innenstadtnah an der Kartäuserstraße. Stephan hat nachgesehen, was anders ist.



Ambiente

Freiburg hat eine neue Suppenküche an der Kartäuserstraße, die vor einigen Jahren mit großem Ballyhoo zur 30-Kilometerzone abgeregelt und mit einigen Hindernisbausteinen aus dem Setzkasten der Verkehrsplaner bestückt wurde. Sie hat sich davon aber nicht beeindrucken lassen und ist die Durchgangsstraße gelieben, die sie immer war, wenn auch mit weniger Verkehr.

Gastronomische Betriebe und Geschäfte tun sich etwas schwer hier. Der neuen Suppenküche ist ein guter Start gelungen. Die Räume, in denen früher ein afghanisches Lebensmittelgeschäft untergebracht waren, sind klar und angenehm gestaltet, mit schöner Lichtführung auch nach hinten, wo's eigentlich duster wär.



Marie Therese Henninges ist aus Staufen nach Freiburg gekommen. In ihrem Textilgeschäft dort zeigten sich die ortstypischen Risse an den Wänden. Auf die Idee zur Suppenküche brachte sie ihr Sohn, der die Suppenküchen Berlins schätzen gelernt hatte und dabei fand, dass die Mama doch auch eine prima Suppenköchin wäre.



Auf der Speisekarte

Eine kleine Suppe kostet hier vier Euro und 5,80 Euro eine große Portion. Darunter sind klassische Eintöpfe, wie ein Linsen-Eintopf, gemäßigt exotische Suppen, wie die indische Curry-Suppe, die sich schon zum Renner entwickelt hat. Man kann auch auf eigenwillige Kreationen wie Sauerkrautsuppe oder Kohlrabi-Pastinaken-Suppe zurückgreifen.



Suppenküchen sind ein erfolgreiches Konzept gerade für die Mittagsverköstigung gesundheitsbewusster Berufsmenschen. Suppen lassen sich mit kalkulierbarem Aufwand frisch kochen, sind gesund und leicht, füllen aber den Magen im Gegensatz zu den vermeintlich immer so gesunden Salaten.

Der Koch kann sich phantasievoll austoben und dabei seine Ideen standardisieren. Man kommt mit vier, fünf frischen Suppen am Tag aus und macht mit ein bisschen Fortüne auch den Kunden glücklich.



Das Besondere

Wie bei der Freiburger Konkurrenz ist hier alles Bio. Anders aber als bei Stellers hat Glücklich keine Salate im Angebot, dafür aber Crepes. Die sind raffiniert gewürzt und so lecker, dass sie wirklich glücklich machen. Süße Crepes mit Apfelmus oder Schokolade kosten 3,50 Euro. Herzhafte zwischen vier Euro und 5,80 Euro.



Kaffeepreis

Kaffee gibt's keinen. Noch keinen, denn die Kaffeemaschine ist schon im Anmarsch. Frau Henninges freut sich sehr darauf und ist eifrig auf der Suche nach einer tollen Kaffeemarke. Ein Cappuccino wird 2,30 Euro kosten. Bis dahin gibt es leckeren Tee aus dem Samowar für einen Euro.



Ein Knaller ist die Wasser-Bar. Hier wird erfolgreich der Beweis angetreten, dass sich Wasser überall auf der Welt in Behälter füllen lässt. Man kann dazu Gefäße mit sehr verschiedenen Formen verwenden. In Norwegen nimmt man zylindrige Glasbehälter, auf den Fidschi-Inseln dünne Plastikflaschen, in den Pyrenäen tropfenförmige Fläschchen.

Wasser kann man auch zu den unterschiedlichsten Zeiten abfüllen, bei Vollmond zum Beispiel. Eine Vollmondfüllung kostet 2,90 Euro. Ein Flasche Fidschi-Wasser kostet 4,90 Euro, eine aus Norwegen auch. Da schenken sich Norweger und Fidschis nichts. Bewährtes Badenova-Wasser aus der Leitung bekommt man aber auch. Das ist gratis.



Wegbeschreibung

Vom Bertoldsbrunnen über die Salzstraße am Schwabentor vorbeilaufen. An der Ampel den Schlossbergring/Greiffeneggring überqueren und geradeaus den kleinen Weg – links vor der Bäckerei Lienhart vorbei – nehmen. Der Weg endet an der Kartäuserstraße. Die Straßenseite wechseln und nach links weiterlaufen, bis man nach ungefähr 50 Metern vor Kurt, dem Kellner steht. Fünf Minuten zu Fuß.



Adresse

Iss Dich Glücklich
Kartäuserstraße 14
79102 Freiburg
0761-2169746

Öffnungszeiten

Montag bis Freitag 10 bis 18 Uhr
ab März abends bis 20 Uhr
Samstag 10 bis 16 Uhr
Speisen auch zum Mitnehemen

Foto-Galerie: Stephan Elsemann