Neueröffnung: Die Homemade Sweets Company in der Schiffstraße

Marius Buhl

Kalorien, Baby: In der Schiffstraße, direkt neben dem Freiburger, hat am Mittwoch die Homemade Sweets Company eröffnet. Das Konzept: Bunte Cupcakes, handgemachte Eiscrème und Vintage-Interieur. Viva, USA:



Der Laden

Die Schiffstraße in Freiburgs Innenstadt zieht sich von kleinen Brunnenplatz an der Merianstraße bis hoch zum Kartoffelmarkt. Dazwischen liegt allerhand: die monströse Schwarzwald-City, ein feines Geschäft für Landkarten, die Studentenkneipe el.pi. Seit Mitte 2012 ist das Highlight der Straße aber der Burger-Kaufladen "der freiburger". Vom Rummel um das zur Mittagszeit überlaufene Geschäft gänzlich verdeckt, ist im Nachbarhaus ein weiteres Lokal mit Szene-Potential entstanden: die Homemade Sweets Company.

Ein eigenständiges Geschäft - und doch unmittelbar mit dem "Freiburger" verbunden. Der Burgerbrater Michael Arndt ist Gschäftsführer der Company, der Eigentümer des freiburgers Philipp Bänsch ist ebenso Eigentümer der Company. Als der Hauseigentümer Bänsch den ehemaligen Friseursalon Lady in unmittelbarer Nachbarschaft zum freiburger Anbot, wollte der den gut gehenden Burgerladen zunächst vergrößern - ein Durchbruch war aufgrund der Brandschutzbestimmungen seitens der Stadt aber nicht erlaubt worden. So kam Bänsch auf die Idee, einen Frozen-Yoghurt-Laden zu eröffnen, die er aber wegen des nur temporären Hypes um die gefrorene Süßspeise schnell verwarf.

Dann dachten er und Michael die Sache eine Nummer größer: Süßigkeiten, Cupcakes, selbstgemachte Eiscrèmes. "Wenn man das alles professionell aufzieht - und sich von den üblichen Ramschläden durch Qualität distanziert - dann hat das Potential", sagt Michael.

Ansprechen würde Michael mit der Company gerne alle Freiburger: "Wir wollen über die Kids, die eine hohe Affinität zu unserem Produkt haben, an die Eltern und Großeltern kommen".



Die Süßigkeiten

Der Augenfänger in der Sweets Company sind die Cupcakes - kleine, ehemals in Tassen gebackene Küchle, die über und über mit bunten Früchten, Sahne, und kleinen Candies verziert sind. Ursprünglich in den USA erfunden, haben die Cupcakes ihren weltweiten Siegeszug damit vollendet, dass sie in ihrem Herkunftsland mittlwerweile als Kosename für die Liebste taugen. Aufgrund ihrer bunten, oft mädchenhaften Farben, werden die Kleinkuchen in England auch fairy cakes genannt - Feenkuchen. In der Sweets Company werden die Zuckerbomben mit wechselnden Geschmäckern dargeboten: Oreo, Red Velvet, Marzipan-Rüebli, Strawberry. Zusätzlich soll es einen Cupcake der Woche geben.

Neben den Cupcakes soll vor allem im Sommer die handgemachte Eiscrème das Aushängeschild des Ladens werden. Robin Pfefferle benutzt dazu die Ursprungs-Zutaten: Sahne, Milch, und Zucker. Zusätzlich fügt er eine Geheimzutat bei, die er aber lieber nicht nennen mag: "Sonst machen das wieder alle nach!" Der Connaisseur erkenne die Zutat aber, die dem Eis seine cremige Frische gebe. Die derzeit ausgestellten Sorten: White Basic, Cookies, Dark Chocolate, Canadian Almond, Wild Strawberry.

Dazu gibt es Klassisches aus der amerikanischen Zuckerbäckerkunst: Cookies, Cinnamon Rolls und Brownies. Außerdem Kaffee aus einer Faema, eine eigens kreierte Limo mit Zitrone, Ingwer und Eis sowie Chai-Tee.



Die Macher

Michael Arndt (links im Bild)

Michael ist der Geschäftsführer in der Homemade Sweets Company. Zu erkennen ist er unschwer: ein prächtiger Respektbalken, Undercut, Tattoos am Unterarm. Ursprünglich war er Burgerbrater im freiburger. Dann hatte Eigentümer Philipp Bänsch die Idee mit der Sweets Company und Michael übernahm das operative Geschäft. Seine Burger-Schürze hat der 27-Jährige nun gegen ein weißes Hemd und Schlips getauscht. Er hat sich vor allem um die Inneneinrichtung und Planung gekümmert.

Robin Pfefferle
(Bildmitte)

Robin ist ausgebildeter Koch. Gelernt hat er im Ochsen bei Müllheim, war dann Koch auf der MS Hanseatic, ging dann nach Mexiko. 3 Jahre lebte er in Mittelamerika, arbeitete in Restaurants, entdeckte die internationale und experimentelle Küche für sich. Als in einem Restaurant in Nordmexiko auf einmal Silvia, die Praktikantin, in der Tür stand, wusste er: Diese Frau heirate ich.

Silvia Pfefferle
(rechts im Bild)

Silvia kommt ursprünglich aus Tijuana, Mexiko. Dort ließ sie sich zur Konditorin ausbilden, als sie auf den Deutschen traf, Robin. Als der Mexio wieder verließ, blieb Silvia - und beendete ihre Ausbildung. Nach 3 Jahren zog sie zu ihm - nach Deutschland. Die beiden heirateten - und als die Idee der Sweets Company reifte, war die Konditorin fix gefunden. Robin fragte einfach seine Frau. Nun macht sie Cupcakes, Eis und Kuchen - und versucht so viel Amerika wie möglich einfließen zu lassen.



Geschmackstest

Das Eis: Das Eis in der Homemade Sweets Company unterscheidet sich vom klassisch italienischen Eis. Schwerer, fester, gehaltvoller. Die geheime Zutat lässt das Eis aber dennoch frisch schmecken. Als Sorte sticht besonders Cookies hervor, die als die klassischste amerikanische Eis-Sorte gelten dürfte. Die Kugel White Basic gibt es um einem Euro, Cookies für 1,40 Euro. Insgesamt kann man sich aber kaum vorstellen, von diesem Eis mehr als zwei Kugeln zu schaffen. Wetten?

Die Cinnamon Roll: (2 Euro, Special-Deal mit Heißgetränk: 4 Euro) ist super-fluffig, butterig, zimtig und mit ein bisschen zuckerguss verfeiernt. Steile These: Diese Zimtschnecke hat das Potential, zum Cronut Freiburgs zu werden - schließlich gibt's jeden Tag nur ein Blech.

Die Cupcakes:
Ungefähr so muss es schmecken, wenn man Tinkerbell verspeist. Brachiale Süße, wunderbare Sahnehaube, leckerer Teig. Mit der grazilen Sanftheit französischer "gâteaux" haben die Company-Cupcakes nichts gemein, sie bestechen durch amerikanische Vorschlaghammer-Süße. Awesome. Das Stück gibt es um drei Euro.



Das Ambiente

Schlauchförmig zieht sich der Raum der Sweets Company nach hinten. Ganz am Anfang, direkt hinter der großen Glasscheibe, die den Raum zur Straße hin abgrenzt, haben die Macher die Theke installiert. Verzichtet haben sie auf die übliche Holz-Optik, stattdessen ist die Ablagefläche aus Glas gefertigt.

Hinter der Theke hängen hohe, schwarze Tafeln, darauf sind in Kreide die Speisen notiert. Die Lampen sind gülden und ziehen sich durch den kompletten Laden. Die Möbel, auf denen Besucher Platz nehmen können, sind wild zusammengewürfelt, dem Stil des Ladens bleiben sie treu: Vintage, Baby! Ein besonderer Hingucker ist zudem die lange Wand hinter der Sitzecke: Palmen, Paradiesvögel und Schmetterlinge geben ihr den Look eines Jürgen-von-der-Lippe-Hemds.

Kontakt

Homemade Sweets Company
Schiffstraße 14
79098 Freiburg
Website: Homemade Sweets Company  

Öffnungszeiten

Montag bis Samstag
9 Uhr bis 18 Uhr

Mehr dazu:


Foto-Galerie: Marius Buhl

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