Granatgässle

Neueröffnung: Café Ruefino in der Oberau

Simon Langemann

Im Granatgässle in der Oberau hat das Café und Bistro Ruefino eröffnet – auf der Rückseite des Café Ruef. Es ist aber mehr als ein Ableger. fudder war vor Ort.

Das Café

Ähnlicher Name, direkte Nachbarschaft: Der Zusammenhang zum 2015 wiedereröffneten Traditionslokal Café Ruef liegt auf der Hand. Doch anders, als man auf den ersten Blick annehmen könnte, handelt es sich beim Ruefino nicht um ein neues Projekt der Ruef-Pächter Florian Bartsch und Jakob Schlaak – sondern um ein gesondertes Café mit eigenem Konzept und anderen Betreibern. "Gastro-WG", nennt es Sabrina Samol, die das Ruefino gemeinsam mit ihrem Partner Ökkes Yildirim eröffnet hat. "Ein Gebäude, mehrere Persönlichkeiten".

Folgerichtig teilt man sich auch den Vermieter: Josef Schumacher – einst selbst Betreiber des Café Ruef und des dazugehörigen Kellerclubs Ruefetto. Von ihm stammen wiederum sowohl der Name Ruefino als auch die Grundidee: Schon vor fünf Jahren berichtete er im Gespräch mit fudder von seinem Vorhaben, auf der Rückseite des Ruef-Gebäudes ein "Gäßlecafé" zu installieren.

Die Betreiber

Ökkes Yildirim, 41, ist in Freiburg gewissermaßen gestrandet. Die längste Zeit seines Lebens verbrachte er in Düsseldorf, wo er 15 Jahre lang einen Kiosk der besonderen Art betrieben hat: Das "Bödchen", eine Mischung aus Trinkhalle, Café und Kunstgalerie. 2017 gab er das Geschäft auf. "Ich war auf der Suche nach neuen Ufern", sagt Yildirim. Mit seinem Hund Pamuk wanderte er den Rhein entlang Richtung Süden – eigentlich mit dem Ziel, den Jakobsweg zu laufen.

Doch bei einem Zwischenstopp in Freiburg lief er im Sedanviertel Sabrina Samol über den Weg. Heute sind die beiden ein Paar – und haben nun gemeinsam ein Café eröffnet. "Das war schon länger ein Traum von mir", sagt Samol. Die gelernte Hotelfachfrau hat schon zuvor in der Gastronomie gearbeitet und zuletzt unter anderem Konzerte im Café Auszeit organisiert.

Die Lage

Links der Erotikmarkt, rechts die Terrasse des Café Atlantik, vorne die B31: Für Freiburger Verhältnisse liegt das Ruefino erstaunlich urban. Und doch stellt sich unter den hohen Bäumen eine Art von Idylle ein. "Ich nenne es immer Oberau-Kiez", sagt Samol. Die gemütliche Terrasse am Granatgässle dürfte für das Ruefino jedenfalls zum absoluten Trumpf werden.

Die Karte

Regionale Weine. Bier aus Schwarzwald-Brauereien wie Hieronymus und Waldhaus. Selbstgemachte Limo, Eistee, Saftschorle. Und Kaffee aus der Karlsruher Rösterei "Q-Kaffee". Ein Cappuccino kostet beispielsweise 2,80 Euro.

Dazu gibt es warme und kalte Speisen – alles vegan oder vegetarisch. Auch nachhaltig soll es sein, daher setzen die Betreiber auf eine kleine Karte mit wechselnden Tagesangeboten. Und auf Kuchen. Zudem bezieht das Ruefino das beliebte Café-Ruef-Eis.

Das Besondere

Eröffnet hat das Ruefino am 1. Juni mit einem Konzert – und auch in Zukunft soll es immer wieder Live-Musik geben. Zudem möchten die Betreiber regelmäßig Kunst ausstellen. Ökkes Yildirim ist selbst Künstler und machte in Freiburg bereits auf sich aufmerksam, als er 13 Gitarren in einen Baum hängte. Zur Zeit schmücken seine Gemälde den kleinen Innenraum des Cafés.

Schön anzusehen sind auch die Vintage-Möbel, die sich die Betreiber auf Flohmärkten besorgt und teils neu lackiert haben. "Wir kaufen gerne ein", sagt Yildirim. Deshalb steht wiederum auch jedes einzelne Möbelstück zum Verkauf: "Wenn jemand reinkommt und Interesse an einem Sessel hat, kann er uns seinen Preis sagen. Und dann wird gefeilscht", sagt Yildirim. "Wie auf einem Bazar."



Öffnungszeiten

Dienstag bis Samstag von 10.30 bis 22 Uhr

Adresse

Granatgäßle 3, 79102 Freiburg

Mehr zum Thema: