Neue Bar im Sedan-Quartier: Im April eröffnet Lila

Bernhard Amelung

Es tut sich einiges in Freiburgs Bar-Kultur in diesem Frühjahr: Noch im April soll die Lila-Bar in der Wilhelmstraße im Sedan-Quartier eröffnen. Bernhard hat sich auf der Baustelle umgesehen:



Wo bis vor kurzer Zeit die italienische Gaststätte Ristorante Raffaello ihre Gäste willkommen hieß, wird derzeit eifrig gefräst, geschliffen, lackiert und lasiert. Denn noch im April soll in der Wilhelmstraße 7 im Sedan-Quartier die Lila-Bar eröffnen.


"Das genaue Eröffnungsdatum steht allerdings noch nicht fest", sagt Mona Brändle, die die Räumlichkeit zusammen mit ihrem Lebensgefährten gepachtet hat und hier ihre ganz persönliche Vorstellung einer Cocktail- und Aperitiv-Bar verwirklichen möchte. Das erforderliche Know-how dazu erworben haben Brändle und ihr Partner, die beide lange Jahre im Brasil im Stühlinger gearbeitet haben, während eines Auslandsaufenthaltes in Italien und in der Schweiz.

Das Wissen und die Erfahrung, die Brändle mit ihrem Partner in der Schweiz und in Italien gesammelt hat, sollen auch Eingang finden in das gastronomische Konzept der Lila-Bar. Sie möchte das Angebot an den hohen gastronomischen Standards der Schweiz orientieren und damit Abstand nehmen von der innerstädtischen Systemgastronomie und von Abfüllstationen für feierwütige junge Erwachsene. "Wir setzen auf Qualitätszutaten für unsere Drinks und werden nur hochwertige Spirituosen und frische Säfte zum Mixen verwenden", so Brändle. Überzuckerte Fruchtsäfte, verwässerte Longdrinks und zu warme Cocktailgläser, die die Bildung einer Schmelzwasserschicht auf dem Drink beschleunigten, werde es in der Lila-Bar nicht geben.



Aus Italien mitgebracht haben die Freiburger Neu-Gastronomen den Brauch, kleine Knabbereien zum Getränk zu servieren. Oliven, in Öl eingelegte Tomaten und selbstgebackene Grissini werde es geben, und abends eine kleine Karte mit "Snacks, die aus der Hand gegessen werden", führt Brändle aus. Jedoch möchte sie sich nicht auf die Begriffe "Tapa", "Antipasti" oder "Fingerfood" festlegen lassen. Denn gerade das soll die Lila-Bar nicht werden: Eine Tapas-Bar. Das Hauptaugenmerk liege auf dem Genuss von Cocktails, Longdrinks und ausgesuchten Weinen. Welche Positionen die Karte enthalten wird, möchte sie jedoch noch nicht verraten. Als Besonderheit werde es Tiki-Drinks geben, fruchtige Cocktails auf Rum-Basis, die ihren Ursprung in einer von polynesischen Stilelementen geprägten Pop-Kultur der 40er- und 50er-Jahre haben.

Eine gewisse Pop-Ästhetik wird auch die Raumgestaltung durchziehen. Die Möbel und Dekorationsgegenstände stammen vom Einrichtungshaus John B. furniture am alten Güterbahnhof bezogen hat. Die Wände und Decken werden ganz in Lila gehalten. Mit dieser Farbe werde zum einen der Übergang des Abend- in den Nachthimmel zitiert. Zum anderen stehe sie für den Gegensatz zwischen dem bekannten Diesseits und einer surrealen, noch unbekannten Welt. Damit will die Lila-Bar das Angebot des Sedan-Quartiers vergrößern - und zu einem Fluchtort für Nachtschwärmer und wahre Cocktail-Genießer werden.