Nena in der Rothaus Arena: 10 Minuten Sitzkonzert

Hannah Allgaier & Janos Ruf

Dienstagabend, Rothaus Arena. 'Live & Akustisch' heisst die Tour von 80er Ikone Nena. Ein Sitzkonzert. Warum aber bereits nach zehn Minuten niemand mehr auf seinem Platz saß:

Der Vorhang geht auf und Nena steht ganz alleine auf der Bühne. Sollte das nicht ein live und akustisch Konzert werden? Dafür braucht man doch eigentlich eine Band?

“Ich lade euch heute Abend alle ein, ein bisschen mit mir zu singen. Habt ihr Lust?“ eröffnet Nena das Konzert. Ihr erster Gitarrist betritt die Bühne und die beiden beginnen die Zeilen von „Leuchtturm“ zu singen. Das Publikum ist sofort da und geht lauthals mit Nena bis ans Ende dieser Welt. Währendessen wird im Hintergrund die restliche Band aufgebaut.

„Früher hätte ich es komisch gefunden, wenn alle sitzen. In meinem Alter heute, geht das völlig klar. Trotzdem will ich, dass ihr nachher eure Ärschileins noch ein bisschen bewegt ok?“ ruft Nena nach dem ersten Song in die Menge.

Nachher kommt schnell: nach dem vierten Song steht die gesamte Rothaus Arena. Die Menschen stürmen plötzlich nach vorne und bleiben vor der ersten Reihe stehen... bis zum Ende des Konzertes. Wer für 70 Euro Plätze in den ersten Reihen gekauft hat, wird sich geärgert haben.

Ihre Kinder Sakias und Larissa unterstützen die Mama das ganze Konzert über mit genialem Background- und manchmal auch Sologesang. Nena steht nicht gerne im Vordergrund des Konzertes. Sie lässt auch Raum für die anderen Musiker. Zum Beispiel holt sie plötzlich ihrer The-Voice-of-Germany-Finalistin Kim Sanders auf die Bühne. Diese singt unbeschreiblich stark und mit viel Gefühl ihren Lieblingssong „Killing me softly“.

Flower-Power-Stimmung kommt bei John Lennon Song „Give peace a chance auf“, als die gesamte Band die Bühne verlässt und als Karawane einmal durch den Saal marschiert. Mittendrin eine lebensfrohe und vor Kraft protzende Nena.

Das Highlight des Abends: Nur von ihrem langjährigen Musikerkollegen Darek am Klavier begleitet, singt Nena „Wunder geschehen“. Das Scheinwerferlicht nur auf die Beiden gerichtet und im Hintergrund ein paar Kerzen. Gänsehaut pur. Da wird schon das ein oder andere Taschentuch gezückt.

Ein toller Abend, mit leisen und sehr lauten Tönen, viel Gefühl, aber auch rockig ohne Ende. Nicht nur Nena-Fans gingen nach zwei Stunden Frauen-Power mit einem Lächeln auf dem Gesicht nach Hause.

Liebe Nena, kleiner Tipp: Wie du gestern gesehen hast, brauchst du wirklich noch kein Sitzkonzert zu veranstalten!

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Foto-Galerie: Janos Ruf

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