Nach UB-Überschwemmung: Bis Donnerstag herrscht Platzmangel für Lerngruppen

Felix Klingel

Ein Unbekannter hat mit einer Klorolle eine Toilette in der UB verstopft und damit einen Wasserschaden ausgelöst. Darunter leiden vor allem Lerngruppen, denn noch ist ihr kompletter Arbeitsbereich geschlossen. Die Polizei ermittelt.

Der Täter hat in der Nacht auf Dienstag eine Herrentoilette mit einer Klorolle verstopft und dann manipuliert, um den automatischen Wasserstop zu umgehen. Von der Toilette im dritten Stock der UB lief Wasser in die Räume des zweiten Stocks.


Auf Grund des entstandenen Wasserschadens ist der lautere Arbeitsbereich, das sogenannte Parlatorium, momentan gesperrt. Das trifft vor allem Lerngruppen, die den Bereich vermehrt nutzen. Ab Donnerstag, 5. Dezember, um 10 Uhr soll das Parlatorium wieder offen sein.

Höhe des Schadens noch nicht abschätzbar

Bereits in der Nacht auf Dienstag wurde die überlaufende Toilette bemerkt, die Polizei kam um 4.14 Uhr in die Bibliothek und ermittelt nun. Wie hoch der entstandene Schaden ist, kann sie noch nicht sagen: "Es ist schwierig abzuschätzen, da wir nicht wissen, wie viel Wasser zum Beispiel zwischen die Wände geflossen ist", sagt Polizeisprecher Frank Fanz.

Die Polizei ermittelt im Bereich der Sachbeschädigung, eine politisch oder anderweitig motivierte Tat sei für sie nicht erkennbar. In der betroffenen Herrentoilette waren keine Hinweise hierfür zu finden. Die Leitung der UB macht keine weiteren Angaben zum Tathergang oder einem möglichen Täter und verweist auf die Ermittlungen der Polizei. Diese hat bisher noch keine heiße Spur zum Täter, von etwaigen Überwachungskameras in der UB weiß sie nichts und hofft auf Zeugenaussagen. Da es sich um ein öffentlich zugänglichen Bereich handelt, seien die Ermittlungen schwierig.

Zu wenig Platz für Lerngruppen

Vom Wasserschaden betroffen sind vor allem Lerngruppen. Für sie ist das Parlatorium gedacht. Dort ist im Gegensatz zum Lesesaal im anderen Gebäudeflügel das Reden an Gruppenarbeitsplätzen erlaubt. 500 Plätze sind durch den Wasserschaden wegfallen.

Viele Lerngruppen sind darum in das Café Libresso im Untergeschoss der UB ausgewichen. "Es ist sehr voll", sagt Steffi Gill, die zusammen mit Oliver Herzog über Matheaufgaben brütet. Tatsächlich ist am Mittwochmittag kein Platz mehr im Café frei, einige Lerngruppen müssen sich mit Stehtischen begnügen. "Wir hatten Glück und haben nach zwei Runden durch das Café noch einen Platz gefunden", sagt Steffi Gill.

Wer früh gekommen ist, hat einen Platz

Eine andere Strategie: Früh da sein. Annina Tröndle und Lisa Kirsch wussten, dass das Parlatorium gesperrt ist. Sie kamen früher, um einen Platz zu bekommen: "Zuhause lernen war keine Option, da wir nicht aus Freiburg kommen, sondern jeweils aus entgegengesetzten Richtungen." Die Lernatmosphäre sei allerdings nicht die Beste: "Es ist laut und teilweise unangenehm, weil immer wieder Leute um einen herumlaufen und auf einen Platz hoffen", sagt Annina.

"Es fühlt sich an, wie lernen in einem Restaurant" Tabea Müller

Das bestätigen die Schülerinnen Anna Moser und Tabea Müller, die bald ihr Abitur machen: "Es fühlt sich an, wie Lernen in einem Restaurant. Eine richtige Lernstimmung kommt leider nicht auf", sagt Tabea. Sie wussten nichts von der Sperrung des Parlatoriums, als sie in die UB gingen.

Ausweichmöglichkeiten gibt es für die Lerngruppen nur wenige. Auch das Café Europa, ein beliebter Ort für Gruppenarbeiten, ist wegen der Vorlesungsfreien Zeit über Weihnachten geschlossen. Ab dem 9. Dezember läuft das Semester wieder regulär weiter.

Die Polizei hofft bei ihren Ermittlungen vor allem auf Zeugen, die Dienstagnacht etwas Verdächtiges in der UB gesehen haben. Hinweise an die Polizei können unter der Nummer Tel. 0761- 882 4221 abgegeben werden.

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