Nach Schließung von Schmitz Katze: Café Mohrentopf bleibt auf dem Hof und vergrößert sich

Svenja Woitt

Das Café Mohrentopf teilte sich bislang den Hinterhof mit Schmitz Katze. An Silvester veranstaltete der Club in der Haslacher Straße 43 seine letzte Party und ist nun endgültig geschlossen. Wie geht es mit dem Café weiter?

Die letzten Tage von Schmitz Katze sind seit Ende des Jahres gezählt – doch wie geht es mit dem Mohrentopf weiter? Bislang war das Café, das hauptsächlich süße Teilchen anbietet, ein wichtiger Bestandteil auf dem Hinterhof in der Haslacher Straße – und das soll auch so bleiben. Inhaberin Alexandra Elatré (31) und Freund Aldo Russo (42) wollen ihr Café sogar vergrößern.


Der Mietvertrag von Schmitz Katze läuft zum 15. Januar aus. Zu diesem Datum werden dann auch die Räumlichkeiten des Mohrentopf auf einen Hauptmietvertrag beim Besitzer der Haslacher Straße 43, Jürgen von Kulessa, umgeschrieben. Bisher hatte Alexandra Elatré bei Gerrit Kossmann, dem Betreiber von Schmitz Katze, untergemietet. Im Juli hatte dieser Insolvenz beantragt. Die Änderung der Mietverhältnisse sei aber schon länger geplant gewesen, erklärt Aldo Russo, der das Café mitführt: "Wir wollten im Juli letzten Jahres einen direkten Vertrag mit dem Hauptmieter abschließen. Durch die Insolvenzanmeldung war das aber damals nicht mehr möglich."

In Zukunft doppelt soviel Platz

Mit dem Hauptmieter ist das Paar gut gestellt. Er sichert ihnen die Nutzung der Lagerräume zu und noch mehr: Der zur Straße hin liegende Raum soll auch bald zum Café gehören. "Die Wand hier kommt raus", erklärt Aldo und deutet hinter sich, "im März wollen wir wieder öffnen." Damit möchte das Paar in Zukunft seinen Gästen doppelt so viel Platz und einen direkten Zugang von der Straße aus ins Café bieten. Mit den Umbauarbeiten loslegen werden sie Mitte Februar.

Geschäftlich hatte die Nähe zum Club das Café wenig beeinflusst. "Wir leben vom Tagesgeschäft", erklärt Aldo. Die Partys wurden nachts gefeiert. Zusammengearbeitet hatten das Mohrentopf und Schmitz Katze aber einige Male bei gemeinsamen Veranstaltungen wie dem Vintage-Markt oder dem Public-Viewing zur Fußball-EM 2016. "Schmitz Katze hat alles organisiert und wir haben für Essen und Trinken gesorgt", sagt Aldo. Das habe immer sehr gut funktioniert. Nach größeren Veranstaltungen auf dem Hinterhof, wie beispielsweise dem FoodTruck Festival, blieb das Café dann geschlossen. Diese Symbiose ist nun zu Ende.

Zusammenarbeit mit dem Artik: vorstellbar

Die Schließung von Schmitz Katze stimmt Alexandra traurig: "Seit unserem Einzug in die Küche des Hinterhofs sind wir mit den Leuten des Clubs zusammengewachsen." Aldo bekräftigt: "Wir sind quasi eine Familie". Die beiden waren deshalb auch auf der Party zu Neujahr dabei, der Abschied sei schwer gewesen.

Wie es wird, wenn das Jugendkulturzentrum Artik wie bisher geplant in die Räumlichkeiten einzieht, können sich Alexandra und ihr Freund noch nicht vorstellen. Im vergangenen August habe sich ihnen Konstantin Rethmann, der Geschäftsführer des Artik, vorgestellt. Grundsätzlich können sich Alexandra und Aldo die Zusammenarbeit mit dem Kulturzentrum vorstellen: "Wenn wir denken, das passt, sind wir dabei."

Zu Anfang nutzte Alexandra tagsüber nur die Küche im Hinterhof; ihre Ware verkaufte sie an Cafés. Nachts wurde die Küche von Schmitz Katze als Imbissbude genutzt. Im Dezember 2015 eröffnete Alexandra dann ihr eigenes Café und übernahm auch die Führung des nächtlichen Imbissgeschäfts. Als der Club im Sommer letzten Jahres Insolvenz anmeldete, gab sie den nächtlichen Verkauf auf.