Musikarena A5 öffnet wieder teilweise

Aljoscha Harmsen

Beim Hin und Her um die Musikarena A5 muss man befürchten, dass Besucher von einem Wochenende zum nächsten mal vor offenen, mal vor geschlossenen Türen stehen: Noch Sonntagabend meldete Clubbetreiber Hen auf der A5-Website, dass die Diskothek bis auf weiteres dicht macht. Jetzt soll sie doch geöffnet bleiben, allerdings nur auf etwa einem Drittel der Fläche.



"Von den zirka 3000 Quadratmetern Fläche der Musikarena werden noch etwa 800 Quadratmeter weiter betrieben", erklärt Thomas Hen, Betreiber der Musikarena A5. Damit fallen laut Hen die Bereiche Hazienda und Purzelbaum weg, Eyeshouse und Club A5 bleiben geöffnet – zu erreichen über den Eingang an der Hans-Bunte-Straße 16c.


Grund für das Hin und Her ist die Sperrzeitregelung für die Musikarena. Bevor die Sperrzeit auf 5 Uhr verkürzt werden kann, muss Südbadens größte Diskothek um 3 Uhr schließen. So will es das Amt für öffentliche Ordnung (AföO), das eine dreimonatige Probezeit für Neueröffnungen vorsieht.

"Der Vorbesitzer hatte diese Regelung nicht. Durch sie entsteht ein immenser Schaden und ich halte das für eine persönliche Aktion der Stadt gegen mich", sagte Hen gegenüber fudder. Er hat Widerspruch gegen diese Regelung eingelegt, der aber vom Verwaltungsgericht abgewiesen wurde.

"Wir wollen den Laden auf einen guten Weg bringen, eine andere Gästestruktur einrichten und dann verpachten. Ich bin jetzt 61 Jahre alt, da ist man irgendwann lange genug dabei." Für die Finanzierung des reduzierten Programms müsse er auf private Reserven zurückgreifen, darum habe er auch überlegt, dicht zu machen. "Aber wir wollen unsere Stammgäste weiterhin an uns binden. Die sollen nicht auch noch gehen."



"Wir wissen nicht, warum Herr Hen so reagiert", sagt Edith Lamersdorf, Pressesprecherin der Stadt Freiburg. "Bei der Probezeit-Regelung handelt es sich um eine gängige Praxis des AföO. Spätestens seit Januar weiß Hen, dass die Musikarena keine Ausnahme bekommt." Dies sei aber keine Schlechterbehandlung, sondern eine Maßnahme, die andere Clubs auch betreffe. "Die Musikarena kann doch nicht ein Konzept darauf aufbauen, das ihnen eine Ausnahme vom Landesgesetz gewährt."

Lamersdorf erinnert sich an einen ähnlichen Fall bei der Eröffnung des Karmas:  "Damals gab es große Proteste der Anwohner bei uns wegen der An- und Abfahrt der Gäste, des Lärms und anderer Sachen und die mussten auch einen Weg finden, mit den Auflagen zurechtzukommen."

"Es war absehbar, dass die Musikarena dicht macht", sagt Hansjörg Dattler, Vorsitzender des Gaststätten- und Hotelverbands DEHOGA Freiburg. Dass sie jetzt doch reduziert offen bleibe, erklärt er sich so: "Zumachen würde bedeuten, dass man sich von dem Betrieb verabschieden kann. So bleibt er wenigstens mit einer kleineren Version am Markt und verliert die Bindung an die Gäste nicht ganz." Außerdem: Die dreimonatige Probezeit könne er schließlich nur überstehen, wenn er auch offen habe. Sonst würde sie sich sich immer weiter verschieben.

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