Mr. Sub macht dicht: Mode statt Sandwichs am Martinstor

Holger Schindler

Heftige Turbulenzen bei Mr. Sub: Die Sandwichbar beim Freiburger Martinstor hat dicht gemacht. Statt belegten Brötchen gibt es dort künftig Textilien zu kaufen.



Die Sandwichbar Mr. Sub beim Freiburger Martinstor hat dicht gemacht. Ursache ist die Insolvenz der Betreibergesellschaft Fresh GmbH & Co. KG. Der Insolvenzantrag wurde bereits am 10. Oktober gestellt, geschlossen ist die Filiale allerdings erst seit Mitte Dezember. Demnächst wird in die Kaiser-Joseph-Straße 256 voraussichtlich die Modekette "Camp David" einziehen. Die anderen beiden Freiburger Filialen von "Mr. Sub" beim Mediamarkt und Hauptbahnhof sind nach wie vor offen und werden derzeit vom Insolvenzverwalter weitergeführt.


"Mr. Sub" wurde von Subway-Partnern aus der Taufe gehoben

Hintergrund der Insolvenz ist ein Rechtsstreit mit der US-amerikanischen Sandwichkette Subway, sagt Nicole Blechschmidt, die Geschäftsführerin der Fresh GmbH & Co. KG. Anfang 2011 hatte sich Blechschmidt, bis dahin selbst Franchisenehmerin von Subway und Betreiberin von vier Subway-Filialen in Freiburg, gemeinsam mit sechs anderen Subway-Partnern in verschiedenen Regionen Deutschlands von Subway losgesagt. Ihre Sandwichlokale führten die abtrünnigen Franchisenehmer unter dem neuen Namen "Mr. Sub" weiter – wobei ihr Konzept durchaus gewisse Ähnlichkeit mit jenem von Subway aufweist, es andererseits aber wohl auch eine Reihe von Unterschieden gibt.

Jedenfalls hat Subway sich diese Franchisenehmerrebellion nicht ohne Weiteres gefallen lassen und ist juristisch dagegen vorgegangen. "Die Fresh GmbH & Co. KG musste schließlich Insolvenz anmelden, weil Subway ein Urteil erstritten hat, wonach wir die Läden hätten schließen oder mit großem Aufwand hätten umbauen müssen", berichtet Nicole Blechschmidt. Dagegen sei man zwar in Berufung gegangen und hoffe nun auf ein wesentlich milderes Urteil – doch Subway könne bis dahin die Schließung trotzdem erzwingen.

Das derzeitige Sandwichgeschäft laufe indes weiterhin relativ gut. Dies gelte für alle rund 25 Filialen von "Mr. Sub" bundesweit, hinter denen jeweils verschiedene Betreiber stehen, welche aber zusammenarbeiten – insbesondere im Einkauf und im Marketing. Die wirtschaftlichen Probleme rührten vielmehr von den Klagen seitens Subway her. So wolle Subway auch die Nutzung des Namens "Mr. Sub" untersagen lassen. Wenn es nach Subway gehe, soll selbst der bisher in den Filialen eingesetzt Backofen künftig nicht mehr benutzt werden dürfen.

Juristische Auseinandersetzung geht wohl weiter

Subway sei es demnach nicht genug gewesen, dass alle Sandwiches neu kreiert und neu fotografiert, die Menüboards geändert, das Interieur farblich umgestaltet und alle Subway-Logos geändert wurden. Die juristische Auseinandersetzung gehe also noch weiter. Durch die Schließung der Filiale von "Mr. Sub" beim Martinstor seien keine Entlassungen nötig geworden. Zum Teil seien die Mitarbeiter in die beiden anderen Filialen übernommen wurden, zum Teil habe man deren befristeten Verträge einfach auslaufen lassen. Vor der Schließung beschäftigte die Fresh GmbH & Co. KG rund zwei Dutzend Voll- und Teilzeitkräfte. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter ist der Freiburger Anwalt Ulrich Nehrig bestellt worden. "Camp David", der mutmaßliche Nachfolger ist ein Herrenmodelabel für Casual- und Sportswear.

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[Foto: Thomas Kunz]