Movember: Warum sich EHC-Spieler für einen guten Zweck Oberlippenbärte wachsen lassen

Benedikt Hecht

Ein Bart im Gesicht eines Eishockeyspielers ist nichts Ungewöhnliches. Spätestens in den Playoffs lassen die Kufencracks die Haare in ihrem Gesicht gerne mal sprießen - das soll Glück bringen. Doch die Gesichtsbehaarung, die sich einige EHC-Spieler ab dem 1.November wachsen lassen wollen, hat nichts mit Aberglaube zu tun: die internationale Movember-Aktion steht an!

Movember, das steht für Moustache (englisch = Oberlippenbart) und November, und ist eine Spendensammelaktion für Prostatakrebsforschung und Initiativen, die Männer mit Prostatakrebs unterstützen. Entstanden ist die Kampagne Anfang der Nullerjahre in Australien. 2012 findet sie zum erstenmal offiziell auch in Deutschland statt - und in 21 weiteren Ländern. Alle in Deutschland gesammelten Spenden kommen dem Bundesverband Prostataselbsthilfe e.V. zu Gute.


Philip Rießle (Bild rechts), 24 Jahre alt und Stürmer beim EHC Freiburg, hat zusammen mit Torwart Fabian Hönkhaus Teamkollegen davon überzeugt, bei der weltweiten Aktion mitzumachen. Noch hat er einen gepflegten Vollbart im Gesicht, der nun am 1. November komplett abkommt. „Wir sind letztes Jahr durch die NHL auf diese Aktion gestoßen, da dort die meisten Spieler mitmachen,“ erzählt Philip. Und als die Mannschaft in diesem Sommer beisammen saß, kam die Idee auf, dass man diesen November doch selber mitmachen könnte, da Movember 2012 zum ersten Mal offiziell in Deutschland stattfindet.

Und nicht nur die Spieler machen mit, sondern auch Mitglieder des Vereinsvorstands. 12 Mitglieder - Mo'Bros - hat das EHC-Team auf der offiziellen Movember-Seite. „Zwingen können wir niemand, dass er mitmacht, doch viele von uns, bei denen was wächst und die es sich beruflich leisten können, haben gesagt, dass sie sich beteiligen“. Die irritierten Blicke, die Philipp mit seinem ungewöhnlichen Bart wohl auf sich ziehen wird, stören ihn nicht. Vielmehr sieht er den Schnauzer als guten Gesprächseinstieg. „Von den meisten Frauen wird man vermutlich angewiderte Blicke kassieren, während die Männer einen eher bewundernd anschauen werden, weil man sich so in die Öffentlichkeit wagt. Aber wenn man dann darüber ins Gespräch kommt, kann man sein Gegenüber gleich aufklären und vielleicht gewinnt man so noch mehr Männer die mitmachen oder Spenden sammeln. Schließlich ist Prostatakrebs ein Thema über das sich jeder Mann Gedanken machen muss.“

Von anderen Mannschaften aus der Region, die sich an der Aktion beteiligen, weiß Philip bisher nichts, er geht aber davon aus, dass wieder viele NHL- und NBA-Spieler sich beteiligen. „Von Fußballern, die mitmachen, habe ich nocht nicht gehört. Es wäre natürlich begrüßenswert, wenn sie mitmachen würden, denn dadurch würde die Aktion noch mehr Aufmerksamkeit bekommen."

Beim SC Freiburg findet man Movember zumindest schon mal gut. "Das ist eine lustige und sinnvolle Aktion", sagt Pressesprecher Rudi Raschke. "Aktuell ist mir aber kein Spieler bekannt, der daran teilnimmt. Aber wo noch nichts ist, kann ja noch was wachsen."



Die EHC-Spieler, -Vorstandsmitglieder und -Fans sammeln über die offizielle deutsche Movember-Website Spenden zu Gunsten des Bundesverband Prostataselbsthilfe: Team EHC-Freiburg. Fotos vom Moustache-Wuchs gibt's dort - und hoffentlich auch auf fudder - sofern die Spieler sie denn rausrücken.

Mehr dazu:

 

[Bild 1: Archiv/fudder, Bild 2. Benedikt Hecht,  Bild 3 & 4: Movember]