Mitten in der Fußgängerzone: Hochschwangeres Mädchen tanzt im Bällebad

Dunya Oulatto & Daniel Laufer

"Ich würde sie am liebsten da rausholen", sagt eine Passantin. Sie starrt gebannt und voller Mitgefühl auf einen Glaskasten. Darin tanzt ein schwangeres Mädchen im Bällebad. Was das soll und wie Freiburg darauf reagiert hat:



Eine schalldichte Glasbox, nicht größer als ein Fahrstuhl, zwischen Café Aspekt und Uni. Ein junges Mädchen steht darin. Sie trägt knallenge, pinke Leggins. Unter ihrem kurzen Top lugt ein hochschwangerer Bauch hervor. In mitten von bunten Plastikbällen und mit XXL Kopfhörern auf dem Kopf, bewegt sie sich in hypnotischen Kreisbewegungen zu Lykke Lis "I follow rivers". Passanten starren das Mädchen an, doch ihre Miene bleibt ausdruckslos.

"Ceci n'est pas une mère" ("Das ist keine Mutter") heißt die Live-Perfomance von Künstler Dries Verhoeven. Der bildende Künstler und Theatermacher aus Amsterdam möchte mit  seinen verstörenden Aktionen zum Nachdenken anregen. Indem er Tabuthemen inszeniert, spielt er mit unseren Ängsten. Er möchte, dass die Stadtbewohner innehalten, nachdenken und in einen Dialog miteinander kommen. Das schwangere Mädchen im Glaskasten verfehlt seine Wirkung nicht: Das Szenario hinterlässt geschockte und verwunderte Freiburger.

Was Verhoeven noch in seiner Trickbox versteckt hält, wird sich kommende Woche zeigen: Täglich von 15 bis 20 Uhr füllt er sie mit einem anderen Thema.