Mit ohne Jeff White im Derby

Dirk Philippi

Nachdem Wölfe-Trainer Peter Salmik seinen Kontigent-Verteidiger Jeff White im letzten Spiel auf die Bank setzte und der Kanadier auch fürs morgige Heimderby gegen Ravensburg aus der Stammformation rutschte, scheint selbst eine vorzeitige Vertragsauflösung nicht ausgeschlossen. Spielbeginn in der Franz-Siegel-Halle ist 20 Uhr.



Wer white schon Genaues! Die nüchterne Sachlage beschreibt Wölfe-GmbH-Sprecher Holger Döpke wie folgt: "Jeff White hat einen gültigen Vertrag und ist damit erst einmal rechtskräftiger Spieler der Wölfe Freiburg." So weit so gut - oder aber eben schlecht, je nachdem wie man es sieht.


Als torgefährlicher Offensiv-Verteidiger vor der vergangenen Saison aus Füssen nach Freiburg geholt, konnte der ruhige, schüchterne und sympathische Kanadier die hohen Erwartungen in ihn nicht erfüllen. Trotz einer sehr guten Punktausbeute (19 Tore, 34 Assists) dominierte zu sehr die Zurückhaltung sein Spiel. Immer wieder versteckte sich der ehemalige College-Spieler dann, wenn es darum ging Verantwortung zu übernehmen hinter seinem Partner Petr Bares und zu oft entwischten ihm die Gegenspieler im eigenen Rücken.

Konsequenz: Erst einmal keine, da White bei Vertragsabschluss fahrlässiger Weise eine Option zugestanden wurde, wonach er bei einem Aufstieg ein weiteres Jahr Spieler der Wölfe sein würde. Und so blieb es nach dem tatsächlichen Sprung der Freiburger in die 2. Eishockey-Bundesliga bei White´s Beteuerung: "Ich weiß, dass ich keine gute Saison gespielt habe und ich werde alles dafür tun, mich zu steigern!" Nun, bis dato ist er zumindest den endgültigen Beweis dafür schuldig geblieben. Nicht in allerbester Verfassung traf White zum Trainingsauftakt im Breisgau ein und kaum waren die ersten Spiele absolviert, gab es die "alten" Fehler zu beklagen.

Der Unterschied: Die Konsequenz folgte nun sofort. Nach einer unmotivierten Zwei-Minuten-Strafe am Ende des ersten Drittels im allerersten Pflichtheimspiel der Saison wurde White von Trainer Peter Salmik für das restliche Spiel auf die Bank verbannt und durch Daniel Ketter ersetzt. Und auch beim morgigen zweiten Spiel wird Ketter den Part neben Petr Bares übernehmen. Für Jeff White bleibt lediglich der Platz neben dem Junioren-Spieler Michael Frank im vierten Block. Coach Salmik dazu kurz und bündig: "Jeff muss sich jetzt über das Training wieder aufdrängen!"

Kennt man die Regularien des Sportgeschäfts und hält man sich vor Augen, dass damit eine von sechs Kontigentspielerstellen quasi "verschenkt" ist, so dürfte auch trotz bestehenden Vertrags eine vorzeitige Trennung nicht ausgeschlossen sein. Holger Döpke gibt sich da wohl wissend um die rechtliche Lage diplomatisch, und doch vielsagend: "Prinzipiell erfüllen wir bestehende Verträge natürlich. Anders sähe es nur dann aus, wenn ein Spieler von sich aus gerne bei einem anderen Klub spielen würde, dann würden wir ihm nicht unbedingt Steine in den Weg legen." Fortsetzung offen.

Im ersten Derby der Saison gegen die Tower Stars aus Ravensburg, bei dem es ein Wiedersehen mit dem Mehrfach-Ex-Freiburger, Salmik-Freund und Topp-Torjäger Robert Brezina gibt, wird derweil beinahe das Team aufs Eis gehen, das gegen Weißwasser einen 0:2-Rückstand noch drehte. Einzig der verletzte Marc Wittfoth wird durch Ibrahim "Ibo" Weissleder ersetzt und ein Fragezeichen bleibt auf der Torhüterposition. "Christoph Mathis ist heute als Ersatz bei den Frankfurt Lions, wird aber morgen wieder hier sein. Wer im Tor beginnt, erfahren die Jungs erst nach dem Morgentraining. Ich weiß es schon, werde es aber noch nicht verraten!", munkelte Salmik heute Mittag. Die Optionen sind: Noch-Nummer-Eins Ronny Glaser, Back-Up Christoph Mathis oder Förderlizenzspieler Thomas Ower, der heute für Frankfurt sein DEL-Debut gibt.

Taktisch wird es darauf ankommen, solch ein schlechtes erstes Drittel wie gegen die Lausitzer zu vermeiden und die einstudierten Dinge erfolgreich anzuwenden. Nochmals Peter Salmik: "Ravensburg ist ein starker Gegner, aber wir haben unter der Woche gut trainiert und uns etwas einfallen lassen."

Das Ergebnis dessen, was genau die Wölfe da geplant haben, kann man dann im besten Fall morgen Abend begutachten. Spielbeginn ist um 20 Uhr in der Franz-Siegel-Halle.

Die Voraussichtliche Aufstellung:

Glaser - Mathis - Ower
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Hubbauer - Kucharchik - Capraro
Stas - Molling
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Mares - Vozar - Kadera
Bares - Ketter
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Kottmair - Meyer - Billich
Gorgenländer - Hoffmann
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Kunz - Acker - Weissleder
White - Frank