Mit neuen Obsessionen zum Erfolg

Eva Hartmann

Gewichtshalbierin Eva ist im Hausarbeiten-Stress und verbringt ihre Tage derzeit hauptsächlich am Schreibtisch, in der Bibliothek - und im Fitnesstudio. Zugegeben: nach besonders viel Abenteuer klingt das nicht gerade. Doch trotzdem gibt es Positives zu vermelden, denn dank iPod und Hüttenkäse wird die Zahl auf der Waage immer kleiner.



Derjenige der dafür gesorgt hat, dass die vorlesungsfreie Zeit im studentischen Volkmund "Semesterferien" genannt wird, gehört mit abgelaufenen Vorlesungsverzeichnissen gehauen und mit einem Cocktail UB-Luft und Bücherstaub erstickt.


Nun gut - ganz so weit möchte ich dann doch besser nicht gehen. Aber anstatt mir diese größtenteils verregneten Wochen mit irgendetwas zu vertreiben, das dem Begriff "Ferien" auch nur im Ansatz nahekäme, sitze ich gezwungenermaßen acht bis 10 Stunden täglich hinterm Schreibtisch und versuche, viel zu viele Hausarbeiten innerhalb viel zu kurzer Zeit anzufertigen.

Neben gelegentlichem Geldverdienen ist die einzige Ablenkung: Sport. Viel Sport. Fünfmal war ich letzte Woche trainieren, und auch diese wird es wohl nicht weniger werden. Nach intensiver Kopfarbeit brauche ich das allabendliche Auspowern einfach und so bringe ich Abend um Abend bis zu drei Stunden dort zu.



Unterstützend wirkt hierbei die erste meiner beiden neuen Obsessionen: Nachdem mein alter mp3-Player auf äußerst tragische Weise über den Jordan gegangen war, habe ich mir entgegen jeder finanzplanerischen Vernunft einen von diesen hübschen, kleinen iPod Nanos gekauft.

Endlich Wiedergabelisten für jeden erdenklichen Zweck zusammenstellen können! Ordnerverwaltung! Guter Sound! Gescheite Lautstärke! Keine schmerzenverursachenden Ohrstöpsel mehr! Was für ein Luxus! Seit ich dieses kleine Wunderding besitze, bringe ich drei bis viermal pro Woche ohne Probleme bis zu 1,5 Stunden auf dem Crosstrainer zu. Das bedeutet, vor allem, da ich ja außerdem weiterhin viel Muskelaufbau betreibe und jede Woche mindestens vier Kurse besuche, einen ganz ordentlichen Kalorienverbrauch - der wiederum auch dadurch gefördert wird, dass ich gar nicht erst besonders viele Kalorien zu mir nehme. Schuld daran ist wohl auch meine neue kulinarische Obsession: Hüttenkäse. Diese klumpige, weiße Pampe mit dem ästhetischen Charme von Spachtelmasse hat, wenn man sich erst einmal an ihre wenig ansprechende Konsistenz gewöhnt hat, viele Vorteile: Sie macht satt, hat wenig Kalorien, schmeckt gar nicht mal so schlecht und lässt sich als Zwischenmahlzeit gut in einer kurzen Lernpause verdrücken. So besteht mein täglicher Menüplan derzeit aus etwa zwei Äpfeln, ein bis zwei Bechern Hüttenkäse und einer Hauptmahlzeit, etwa dem bereits bekannten „Salat mit irgendwas“.



Nicht gerade viel - aber bis auf wenige Ausnahmen, die mich nach etwas Süßem oder richtig Deftigem gieren lassen, habe ich einfach das Gefühl, dass ich nicht mehr brauche.

Dass das ganz offensichtlich lohnende Konsequenzen nach sich zieht, zeigen entsprechende Feststellungen anderer Leute. Vor einigen Wochen schon fragte die Drogerieverkäuferin etwas erstaunt: "Sagn se ma, kann dit sein, dat sie abjenomm' haam?"; und auch meine Mutter, der mein Abnehmprojekt ja von Anfang an etwas unheimlich war, stellte neulich fest: "Jetzt sieht man aber ganz deutlich, dass du abgenommen hast!".

Tatsächlich sitzt die Hose, die ich mir nach den ersten paar verlorenen Kilos kaufte, mittlerweile schon so locker, dass sie zum einen nicht mehr gut aussieht, und sich zum anderen problemlos ungeöffnet ausziehen lässt.

Auch meine Blaue Cordhose sieht mehr und mehr nach einer Art Öko-Baggy aus. Und meine verwaschene Lieblingsjeans, in die ich mich vergangenen Sommer noch unter Inkaufnahme tiefroter, juckender Druckstellen und kurz vor dem Platzen stehender Nähte mit aller Gewalt hineinzwängen musste, hängt formlos an mir herunter.



Kurzum: ich habe zwar abgenommen, laufe aber trotzdem herum, wie ein Lumpenhund - oder, um es mal mit dem niederrheinischen Charme meines werten Herrn Vaters auszudrücken: "Du siehs us wie e ne Halvjehang!" - denn leider habe ich wegen des hübschen iPods und der halsabschneiderischen Müllrechnung keinen einzigen Euro mehr für eine neue Hose übrig. Mein aktuelles Kampfgewicht beläuft sich auf 95,4 Kilo. Das sind seit der letzten Blogfolge ganze 1,1 Kilo weniger und ich bin zuversichtlich, dass in den nächsten Wochen weitere Pfunde schmelzen werden.

Am kommenden Sonntag findet in meinem Fitnessstudio übrigens ein "Tag der offenen Tür" statt und ich befinde mich einmal mehr im Besitz eines hübschen Gutscheins: Wer sich mit diesem Gutschein am 11.3. im Fitnesscenter anmeldet, spart 100 Euro. Sollte jemand derzeit sowieso mit dem Gedanken spielen, etwas für die Bikinifigur tun zu wollen, kann er oder sie sich gerne bei mir melden und diesen Gutschein abgreifen.