Mit dem Roller Downinsland

Carolin Buchheim

Wham! In Sektion fünf des Schauinsland Downhill-Roller-Tracks erwischt es fudder-Autorin Caro: Nach einem Vebremser nimmt sie hautnah Kontakt mit dem Waldweg-Schotter auf. Warum sie danach sofort wieder auf den Roller gestiegen und mit großer Freude und gefühlten 50km/h den Berg runtergebrettert ist, und warum sie da jederzeit wieder machen würde, erzählt sie in diesem Erlebnisbericht. Und fudder verlost 2 Schauinsland Roller-Packages!



"Robuste Kleidung und feste Schuhe!" steht in der eMail, die mich zur Schauinsland-Rolling-Abfahrt einlädt, und am Tag vor der geplanten Downhill-Tour regnet es auch noch in Strömen. "Das wird ein Schlammfest" verabschiedet mich einer meiner fudder-Kollegen am Morgen mit einem nicht zu übersehenden Grinsen im Büro, als ich mich auf zur Schauinsland Talstation mache: In meiner ältesten Jeans, einer Regenjacke und in Wanderstiefeln.


Oben an der Bergstation wartet ein gemischtes Trüppchen in ähnlicher Montur darauf, dass die Tour losgeht: Von Gummistiefeln über TCM-Ski-Jacken bis hin zu Ballonseiden-Jogginghosen ist fast alles dabei.

Bevor es auf die Roller und mit den Rollern downhill geht, erhalten unserer ohnehin schon schwierigen Outfits erhalten zuerst ein erweitertes Downgrade: Downhill-Roller-Guide Markus Kiefer, unser Pfadfinder und Besenwagen heute, hält Knie- und Ellenbogenschoner, Handschuhe, Sturzhelme und Sturmhauben für uns bereit.

"Muß das wirklich sein mit dem Helm?" murrt nur ein Mitglied der Gruppe. Mir, und dem Rest wohl auch, flößt der Aufwand um die Schutzkleidung hingegen Respekt ein. "Ja, das muss sein mit dem Helm", mahnt Markus Kiefer.



Dann erklärt er uns die Roller, mit denen wir uns gleich den Schauinsland hinunterstürzen. Rund 1200 Euro kostet jeder der roten Riesenflitzer mit Mountainbike-Rädern und Federgabel. "Ganz wichtig: Die Bremsen! Rechts für die Hinterradbremse, links für die Vorderradbremse. Und schön gleichmäßig bremsen, und nicht nur mit links, sonst steigt ihr über den Lenker ab! Und schön mit beiden Füßen fest auf dem Fußbrett stehen und nicht nach hinten lehnen, und nicht zu arg nach vorne, sondern gerade stehen und mit den Knien federn."

Das hört sich nicht so schwer an.



Ob das schwer ist oder nicht, wird sich auf der fast acht Kilometer langen, beschilderten und in handliche acht Sektionen unterteilten Strecke den Berg runter herausstellen; Dabei werden rund 764 Höhenmeter überwunden.

Vom Parkplatz der Bergstation aus rollen wir in der Gruppe gen Streckenanfang. Mein Roller überrascht auf den ersten Metern mit Leichtläufigkeit, Wendigkeit und Geschwindigkeit. "Das könnte spannend werden", denke ich mir, doch dann ist die Rollfreude schon vorbei, und wir müssen den Roller bergauf schieben. Das soll zum Glück heute nur noch zwei ganz kurze Mal der Fall werden. Schnell noch die Schauinslandstraße überquert, und dann stehen wir am Anfang der eigentlichen Rollerstrecke.

"Dann mal los!" ermutigt Scout Markus. Und der eigentlich harmlose kleine Waldweg vor uns sieht plötzlich verdammt steil aus.



Die ersten Meter habe ich Angst. So einfach ist das, und so lächerlich, eigentlich, denn jeder Amateur-Mountainbiker fährt sicher steilere Strecken herunter, ohne mit der Wimper zu zucken. Die Roller laufen wirklich leicht. Und schnell. Und auf dem holperigen Waldweg wackelt das ganz schön doll. Ich trau' mich kaum, die Bremsen mal los zu lassen.

Als sich unsere Gruppe am Ende der ersten Sektion zusammen sammelt, riecht mein Roller ganz eindeutig nach Bremsbelag. Das soll natürlich nicht so sein. "Man muss den Roller auch schon mal laufen lassen", mahnt Scout Markus.



Also gut.

Auf Sektion zwei lasse ich die Bremsen ein wenig lockerer. Mein Roller und ich buckeln und brettern den Waldweg runter. Und das macht verdammt viel Spaß. Besonders Bodenwellen sind gut. Und die Pfützen vom gestrigen Regen, bei denen man den Matsch so richtig spritzen lassen kann. Zwischendurch sausen immer wieder Ausblicke auf das Bergpanorama des Schauinsland vorbei. Aber zum Genießen der Aussicht sind wir heute nun mal nicht hier.

Bei Sektion drei lasse ich die Bremsen noch mehr los, und mir einen Spaß daraus, den teilnehmenden Reporter vom SWR, der tatsächlich während der Abfahrt eine Radio-Reportage aufnimmt, zu überholen. Weil die Roller keine Klingel haben, schrei ich kurzerhand, dass ich überholen will, und wir liefern uns einige hundert Meter und ein halbes Dutzend Kurven lang eine wilde Wettfahrt.

Ich gewinne, und plane im Kopf schon den Kauf eines Downhill-Rollers und eine Karriere als Profi-Downhill-Rollerfahrerin.



Nach einer kleinen Verschnauf-Pause unterhalb der Windräder an der Holzschlägermatte gehts weiter auf Sektion vier; an deren Ende müssen wir die Roller noch einmal ein kurzes Stück bergauf schieben.

Dann Sektion fünf, ein frisch geschotterter Waldweg. Der Roller und ich, wir brettern, und brettern, was auf dem Schotter wirklich sehr holpert. Meine Hände liegen ganz locker an den Bremsgriffen. Bremsen ist nur was für Loser! Doch plötzlich werde ich überholt, lehne mich vor Schreck ein klein wenig zu weit mit dem Bein nach hinten und komme mit der Wade gegen das Hinterrad. Ich muss bremsen! Doch, das hab' ich nun davon, ich greife im Reflex nur einseitig zu.

Wie früher, beim Radfahren-Lernen kommt mir mein Sturz vor, als passiere er in Zeitlupe: Der Roller und ich wir kommen aus dem Gleichgewicht und schlittern an den rechten Rand des Waldwegs. Da ist der Abhang. Da will ich nicht runter. Während sich der Roller unter mir dreht, werfe ich mich kurzerhand mit meiner linken Seite zu Boden. Gelobt seien die Knie- und Ellebogenschoner! Gelobt sei mein Helm!

Ich bleibe nicht lange im Schotter liegen, sondern springe, im Schock, quasi, direkt wieder auf, um meinen Körper einem Funktionstest zu unterziehen. Kopf: Okay. Körper: Okay. Rechter Arm: Okay. Rechtes Bein: Bisschen Aua. Linker Arm: Okay. Linkes Bein: Bisschen mehr Aua.

Das hat man, also ich, davon, wenn man sich auf seine linke Seite wirft, um nicht einen Abhang herunter zu stürzen. Meine Jeans hat jetzt Löcher vom frischen Schotter, und da, wo ich mit dem linken Bein aufgeprallt bin, und da, wo ich mir im Fallen den Roller ans rechte Bein geschleudert habe, das weiss ich schon jetzt, werde ich böse blaue Flecken kriegen.

Dann unterziehe ich auch meinen Roller einem Funktionstest. Alles in Ordnung. Ich brauche keine Assistenz von Scout Markus, der genau für Fälle wie mich Flick- und Werkzeug dabei hat. Keine halbe Minute nach meinem Sturz brettern mein Roller und ich wieder downinsland. Ein bisschen langsamer vielleicht als vorher. Aber nicht viel.

In der zweiten Hälfte von Sektion sechs fühlen der Roller und ich uns fast wieder wie vorher, und lassen uns in Sektion sieben, wo man auf harten, holperigen Wegen zwischen Feldern in den Kurven acht geben muss, nicht rauszufliegen, weil man sonst im daneben fließenden Bach enden kann, nicht erschrecken. So langsam tun mir aber aber die Handgelenke weh: Nicht vom Sturz, sondern vom Holpern des Rollers. Ganz schön anstrengend.

Das letzte Stück ist dann schneller vorbei als erhofft, und die letzten Meter schiebe ich meinen Roller, mit müden Händen und Füßen und vier sich in der Entstehung befindlichen großen blauen Flecken an den Beinen, bergauf gen Talstation. Dort parke ich meinen schlammbespritzen Roller und ziehe mir Helm und Sturmhaube vom Kopf. Müde, aber verdammt Glücklich.

Fazit

Die Bergwelt-Rolling-Tour den Schauinsland runter macht Spaß; Zumindest dann, wenn man nicht Downhill-Mountain-Bike-Profi ist, und sich dauernd auf Rädern einen Berg runterstürzt. Man muß für die Tour keine Sportskanone sein, aber über eine gewisse Grund-Fitness sollte man verfügen, denn auch wenn es fast nur bergab geht, und man nur an wenigen Stellen den Roller einmal anschieben muss, ist die Tour nichts für Menschen mit gesundheitlichen Problemen oder Beeinträchtigungen. Das Fahren in der begleiteten Gruppe bietet Sicherheit auf der Strecke und bei eventuellen Pannen; Ich war mit meinem Sturz übrigens eine Ausnahme, denn eigentlich passiert bei den Abfahrten sehr wenig.

Mehr dazu:


Bergwelt Rolling -  Die Fakten

Mittwochs, Samstags, Sonntags und an Feiertagen jeweils 11, 13, 15 und 17 Uhr.
  • Vom 1. Juli bis 15. September täglich 11, 13, 15, 17 Uhr.
  • Mindestalter: 12 Jahre
  • Preis: Bergfahrt mit der Schauinslandbahn und Talabfahrt mit dem Roller 23€

Verlosung

fudder verlost zwei Bergwelt Rolling-Gutscheine für jeweils eine Fahrt mit der Schauinslandbahn und einer Abfahrt mit dem Downhill-Roller.
Um an der Verlosung teilzunehmen, schick' einfach ein eMail mit der Betreffzeile 'Downinsland', Deinem Namen und Deiner Adresse aninfo@fudder.de
Einsendeschluss ist Freitag, der 29. Juni 2007, 15 Uhr. Die Gewinner werden per eMail benachrichtigt.