Mit dem Auto von Freiburg nach Gambia: Franziska und Niklas überbringen per Rallye Spenden

Lisa Hörig

7500 Kilometer, sieben Länder und zwei Kontinente: All das für den guten Zweck. Die Organisation "Drive to Help" veranstaltet eine Rallye nach Gambia, um Spenden zu überbringen. Wir haben mit Franziska und Niklas gesprochen, die mitfahren.

Die gespendeten Autos sind selbst umgebaut, die Route steht fest, doch die Campingplätze sind noch nicht gebucht: Für 18 Mitglieder des Vereins "Drive to Help" geht es ab dem 19. März für drei Wochen auf die Reise nach Gambia. Während die Truppe eine Woche vor Ort ist, werden die Autos versteigert. Abgesehen von den Spritkosten geht der Erlös komplett an das Krankenhaus "ASB Health Clinic". Das Besondere: Die Helfer müssen erst 7500 Kilometer mit dem Auto zurücklegen.


Franziska Henrich ist eine der Fahrerinnen. Sie studiert Deutsch, Bio und Geschichte im fünften Semester auf Lehramt. Die 22-Jährige hat gerade ihr Praktikum hinter sich gebracht und wollte Reisen. Durch Bekannte hörte sie von der Idee und war begeistert.

"Es ist nicht das klassische ’Wir schicken Geld irgendwo hin’-Prinzip", erzählt die angehende Lehrerin. Sie reizt das Abenteuer. "Dass man außerdem auf der Reise wirklich helfen kann, finde ich gut." Deshalb ist sie Mitglied im Verein und Fahrerin geworden.

Video: Vorstellung der Rallye


Der abenteuerliche Plan hat also auch ein Ziel. Während der Fahrt durch sieben Länder soll auch den Menschen auf dem Weg geholfen werden. Durch kleine Geschenke wie zum Beispiel Spielzeug probieren die Teilnehmer der Charity Rallye ein Lächeln zu verschenken. Nebenbei können sich die Abenteuerer ein Bild von den verschiedenen Kulturen machen. Ein Reisetagebuch auf der Website zeigt dem Rest der Welt, welche Abenteuer die Helfer erleben.

2000 Euro Spenden muss jedes Team sammeln

Mit Niklas Neuffer bildet Franziska das sechste aus insgesamt neun Teams. Die sind jeweils mit zwei Fahrern ausgestattet. 2000 Euro Geld- und Sachspenden muss jedes Team selbst auftreiben.

"Bisher läuft das eher weniger gut", erzählt die 22-Jährige. Und das, obwohl man schon ab einem Euro bei der Spendenaktion dabei sei kann, sowohl als Privatperson oder als Firma. Wer spendet, kriegt als Dank eine Spendenbescheinigung. Wer etwas mehr will, kann auch das Firmen- oder Organisationslogo auf eins der Konvoiautos drucken.

"Die Spendengelder kommen durch uns Fahrer direkt beim Krankenhaus an", sagt Henrich. Das wird dort eingesetzt, damit die Ärzte zum Beispiel bei Geburten helfen oder über HIV aufklären können. Demnächst ist auch eine mobile Zahnarztpraxis geplant, die aus einem der Autos des Konvois gebastelt werden soll.

Das Krankenhaus in Gambia hat sich auf Tumore spezialisiert

Besondere Dienste leisten die Ärzte des Krankenhaues bei der Operation von Gesichtstumoren. Die wachsen aus dem Körper heraus. "Die Leute, die den rauswachsenden Tumor haben, sind gesellschaftlich nicht gut angesehen", erklärt Franziska Henrich. "Diese Personen werden dämonisiert." Durch die Operation, werden die Tumorpatienten nicht aus der Gesellschaft ausgeschlossen. Projekte wie diese treiben die Truppe an, für ihr Ziel zu arbeiten.