Minnahigh aus Furtwangen hat über 57.000 Follower auf Instagram

Laura Wolfert

Sie ist eine der prominentesten Instagrammerinnen im Südwesten: Minnahigh. Laura Hettich aus Furtwangen hat es mit Techno und der Mode von Bonnie Strange zu mehr als 57.000 Followern gebracht.

„Ich hatte nie geplant, als Bloggerin groß raus zu kommen!“, sagt Laura Hettich.  „Aber High ist immer besser als Low.“ Minnahigh nennt sich die 22-jährige Studentin auf Instagram. Auf der Foto-Plattform hat die Furtwangerin 57.000 Follower – knapp sechs Mal so viel Menschen, wie ihre Heimatstadt Einwohner hat.Vor fünf Jahren hat sich Laura das erste Mal auf Instagram angemeldet. „Das war aber irgendwie nichts für mich“, sagt sie.


Drei Jahre später unternimmt sie auf Anraten einer Freundin einen zweiten Versuch mit der App. Ihr erstes Foto: ein Porträt mit rausgestreckter Zunge, zerrissener Strumpfhose und Lippenbändchenpiercing. 325 Postings später verdient Laura mit genau solchen Fotos ihr Taschengeld und kann gleichzeitig ihren Kleiderschrank mit Markenklamotten aufpeppen. Außer Outfit-Bildern postet Laura auch Slogans wie „Fuck Mainstream, stay Underground, play Techno“.

Techno ist für Laura  nicht nur Musik, sondern auch Statement und Style:  sportlich mit Sneakern, Mütze und High-Waist-Jeans. Nach rund 5000 Followern wurden die ersten  Labels auf ihren Minnahigh-Account aufmerksam. Heute lässt Laura sich ihre Outfits von Sponsoren bezahlen – cooles Foto mit Nennung des Labels  gegen Geld; bei kleinen Labels gibt sie sich mit  dem Produkt an sich zufrieden

.„Ich promote eigentlich nur Labels oder Dinge, die mir wirklich gefallen“, sagt Laura.  Unter anderem ist „The Shit Shop“ einer von Lauras Werbekunden – das Berliner Modelabel wird von Taff-Moderatorin und Internetstar Bonnie Strange geleitet.

Laura träumt vom eigenen Modelabel

Auch schlechte Erfahrungen hat Laura schon gemacht. „Ich habe schon Aufträge angenommen, bei denen die Qualität der Produkte nicht die beste war. Da hätte ich mir den Post für 30 Euro  sparen können“, sagt sie. Oft stylt sich Minnahigh auf ihren Bildern mit T-Shirts von Adidas oder Nike – die sind aber nicht gesponsert. „So weit bin ich noch nicht“, erklärt sie . „Wenn, dann bekomme ich nur Schuhe, die werden mir von anderen  Firmen zugeschickt.“

  Doch wie kommt man auf 57.000 Follower?   „Generell like ich eigentlich alles. Ich kommentiere viel und bin jeden Tag aktiv“, sagt Laura. Im eigenen Account steckt viel Arbeit: die Fotos macht ihr Freund mit einer Spiegelreflexkamera; ein Shooting  für vier bis fünf Looks dauert gut drei Stunden. Danach bearbeitet Laura die Bilder mit ihrem Handy. Die eingebauten Instagram-Filter benutzt sie aber nie. „Ich verwende die Apps Afterlight und Colorpop, um meinen Hintergrund grau zu färben. So sieht meine Profil schön und gleichmäßig aus“, sagt sie. Irgendwann würde  Minnahigh mit einem Designer zusammenarbeiten und eigene Mode produzieren. „Das wäre super. Derjenige könnte den Designpart und ich die Promotion auf meiner Seite übernehmen.“

Dass Instagram nicht unbedingt reales Leben abbildet, darüber hat Laura keine Illusionen.  „Die Leute sehen mich auf meinen Bildern und denken bestimmt, dass ich ein super Leben habe“, sagt sie. „Ich bin aber auch mal schlecht drauf und sitze im Schlabberpulli auf der Couch. Instagram-Accounts zeigen nur die perfekten Seiten, nicht die Wahrheit –  das sollte einem bewusst sein.“

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[Foto: Laura Hettich - Minnahigh]