Meine Meinung: Es nervt, wenn ihr euch auf Verabredungen nicht zurückmeldet

Kerstin Ernst

Man fragt einen Freund oder eine Freundin, die man lange nicht mehr gesehen hat, nach einem Treffen. Die Freude am Anfang ist groß, doch irgendwann meldet sich die andere Person einfach nicht mehr. Eine Verhaltensweise, die Kerstin Ernst ziemlich nervig findet.

"Hey, morgen Nachmittag Lust auf einen Kaffee?", schreibe ich in das Chat-Fenster des Messengers und warte auf eine Antwort meiner Freundin. Es kommt zurück: Nichts. Eine Situation, die mir in den letzten Wochen häufiger passiert ist. Es kann vorkommen, dass ich mir mit einer Person hin- und herschreibe, wir uns über alles Möglich austauschen. Doch wenn es dann konkret wird, antwortet die andere Person einfach nicht mehr. Und das nervt mich.


Dabei scheint es keinen Unterschied zu machen, ob es sich um eine Abmachung unter Freunden handelt oder die Zusage zu einem Nebenjob. Eine Freundin von mir, die im Einzelhandel arbeitet, erzählt mir oft, dass Bewerber nicht mal mehr zu einem Job zu- oder absagen.

Lieber absagen, als gar nichts sagen

Ich dachte, wenigstens, wenn es ums Arbeiten geht, ist Zuverlässigkeit ungeschriebenes Gesetz und jeder ist bemüht, einen möglichst positiven Eindruck bei seinem (zukünftigen) Chef zu hinterlassen. Dazu gehört eben auch, dass ich mich abmelde, wenn ich kein Interesse mehr habe oder keine Zeit zu arbeiten.

Tut es denn so sehr weh, in einem Satz zu sagen, dass man aus irgendwelchen Gründen nicht kann? Auch wenn sie nur erfunden sind: Omas 80. Geburtstag, die 20-seitige Hausarbeit oder der Zahnarzttermin. Das kann ja nicht so schwer sein. Es ist ja auch nichts Verwerfliches daran, mal auf ein Treffen keine Lust zu haben. Lieber absagen, als gar nichts sagen.

Absagen gehört zum guten Ton

Bestimmt war jeder von uns mal an einem Punkt, an dem man keine Muße hatte, sofort auf die Whats-App-Nachricht eines Freundes zu antworten, der zum x-ten mal nervt ob man nun an Tag X Zeit hat. Das passiert mir auch ab und zu. Das muss dann auch nicht immer gleich Unlust auf eine gemeinsame Unternehmung sein: Vielleicht will die Person sich nicht direkt festlegen und sich ihre Möglichkeiten noch offen lassen, was sie an dem Termin machen will?

Aber hier auch wieder: Muss ich das einfach stillschweigend hinnehmen und ignorieren? Reicht da nicht eine kurze Rückmeldung, dass man noch nicht genau weiß, was man vor hat und sich eher spontan entscheidet? Ich finde: Absagen gehört zum guten Ton. Egal ob Verabredung unter Freunden, Date oder ein Jobangebot.

Im Zeitalter von Smartphones und Messenger-Diensten finde ich, dass sich jeder ein kurzes "Ich hab keine Zeit" oder "Heute passt es nicht" angewöhnen sollte. Die gehen ja deutlich leichter von der Hand, als ein Telefonat oder eine Absage direkt Face-to-Face. Da ist man den kritischen Fragen des Gegenübers direkt ausgeliefert. Eine Whats-App oder SMS ist leichter und schneller. Also, warum lasst ihr eure Freunde so lange im Unwissen? Damit tut ihr euch doch selbst keinen Gefallen sondern verärgert die Leute nur.

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