Kommentar

Meine Meinung: Dieses Partyplakat geht gar nicht

Oliver Huber

Die Fachschaft Politik bewirbt ihre aktuelle Party mit dem Foto des BVB-Busses nach dem Anschlag im April vergangenen Jahres mit der Überschrift "Bombenstimmung". Das ist geschmacklos und dumm.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Fachschaft bei ihrer Motivwahl ins Klo greift (Rückblick). Vielmehr steht ein Konzept dahinter – und das Konzept heißt Provokation. Die Veranstalter bezeichnen ihre Plakate als "legendär" und berufen sich auf die Freiheit der Satire. Legendär mögen sie sein, doch das macht die Sache nicht weniger schlimm. Letztlich geht es hier nicht um die Frage, was Satire darf. Warum? Ganz einfach: Weil es keine Satire ist.


Bei einer Party wird üblicherweise getrunken, geredet und getanzt. Auch auf den Freiburger Politikpartys wird das nicht anders sein. Zu einer stinknormalen Fete einzuladen, dafür mit dem Elend anderer zu werben und sich dann auf die Freiheit der Satire zu berufen, ist nicht statthaft. Es fehlt der satirische Kontext. Die Masche erinnert an die Benetton-Werbung in den 90er Jahren. Damals warb die Modekette mit großflächigen Schockfotos für ihre Klamotten. Die blutbefleckte Kampfmontur eines erschossenen Soldaten, ein mit schwarzem Öl verschmierter Vogel oder der Blick auf einen elektrischen Stuhl. Was hatte das mit Mode zu tun? Nichts. Auch damals ging es um das Brechen von Tabus um seiner selbst willen.

Dabei ist gegen das Brechen von Tabus eigentlich nichts einzuwenden, wenn es in eine Debatte eingebettet ist. Würde ein Dieter Nuhr mit einem provokanten Plakat für seine Show werben, könnte der Künstler das angerissene Thema in seine Performance einbetten und einordnen. Die Zuschauer würden zum Nachdenken angeregt, was das eigentliche Ziel von Satire ist.

Mit einem Bild von Adolf Hitler für eine Party zu werben, so wie es die Fachschaft in der Vergangenheit schon gemacht hat, bricht zwar mit einem Tabu, doch es verpufft als PR-Gag. Nach dieser Logik könnte man auch Kaffee to Go mit einem Konterfei des mutmaßlichen Sexualmörders Hussein K. anpreisen. Eine saublöde Idee.



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