ZMF-Auftritt

"Mein Leben dreht sich um Musik": Jack Bevan von den Foals im Interview

Jannis Jäger

Auf Spotify werden ihre Songs teilweise über 150 Millionen mal geklickt. Die Foals spielen im Juli beim ZMF. Vorweg sprach Foals-Drummer Jack Bevan im fudder-Interview über Erfolg, den Brexit und was er machen würde, wenn er nicht Musiker wäre.

Ihr macht jetzt seit über zehn Jahren zusammen Musik. Wie viel Routine ist das heute für Dich?

Ich sehe es nicht als Routine. Es ist immer sehr natürlich, wenn wir zusammen spielen. Wir sind mittlerweile sehr vertraut miteinander und wir wissen auf einer praktischen Ebene wie wir die Sache handhaben müssen. Das sage ich auch mit Blick auf zukünftige Projekte. Wir machen das jetzt einfach schon lange gemeinsam und wissen, wie wir gut zusammen funktionieren. Aber es fühlt sich für mich nicht wie Routine an.



Fühlst du Dich erfolgreich?

Wir haben auf jeden Fall schon mehr erreicht, als ich jemals erwartet habe. Ich meine die Band war ein Hobby, als wir alle zur Uni gingen. Ich hatte dabei niemals besonders große Erwartungen und von daher fühle ich mich heute sehr, sehr erfolgreich. Ich meine, wir haben Dinge erreicht, von denen viele träumen. Aber darüber hinaus bin ich glücklich etwas tun zu können, das mir so große Freude macht, ohne dass ich noch einen anderen Job brauche. Ich bin dankbar dafür, wie die Dinge heute funktionieren.

"An einer richtig guten Show fühlt es sich an, als würden alle Menschen die da sind dieselbe Erfahrung teilen."

Was ist für Dich das Beste daran, auf Tour zu sein?

Es ist so, dass ich das schon wertschätze, die Fans und die Crowd und so weiter. Die Verbindung, die man an den Konzerten fühlt. An einer richtig guten Show fühlt es sich an, als würden alle Menschen die da sind dieselbe Erfahrung teilen. Das ist eines der bereicherndsten Dinge für mich. Aber man kommt natürlich auch viel in der Welt herum. So kann ich viele verschiedene Kulturen kennenlernen und eine Menge verschiedenes Essen probieren und so weiter. Diesen Aspekt, beim Touren auch auf Reisen zu sein, genieße ich sehr.

Euer jüngstes Projekt "Everything not saved will be lost" ist in zwei Teile geteilt. Warum?

In erster Linie haben wir einfach zu viel Musik gemacht für nur ein Album. Und wir konnten uns nicht dazu durchringen etwas zu streichen oder wegzulassen. Wir mochten alles. Es gab auch den Gedanken vielleicht einfach ein langes Album zu machen, aber auch da hätten wir Teile weglassen müssen, die uns wichtig waren. Nun hat sich die ganze Art und Weise, wie heute Musik konsumiert wird, stark verändert. Es gibt eigentlich keine Regeln mehr. Und so dachten wir uns: Warum machen wir nicht einfach zwei Alben daraus? Aber grundsätzlich hatten wir nicht geplant, dass zwei Alben daraus werden, es ist einfach so herausgekommen.



Wenn Dir jemand verbieten würde Musik zu machen, was würdest Du mit deinem Leben anfangen?

Nun, ich habe eine große Leidenschaft für Essen, ich würde auf jeden Fall etwas in diese Richtung machen. Ich denke, ich würde Koch werden und versuchen mein eigenes Restaurant aufzumachen. Das würde mir gefallen.

Wie stark bist Du noch in deiner Heimat Oxford verwurzelt?

Nicht mehr so stark. Ich meine, ich liebe Oxford, aber meine Familie ist schon vor einiger Zeit nach Wales gezogen, wo eigentlich unsere Wurzeln liegen. Und von meinen Freunden leben heute viele in London. Oxford ist immer noch eine meiner liebsten Städte, aber viele Dinge die mich früher dorthin gezogen haben, sind heute fort. Heute fühle ich mich auch eher in London zu Hause.

"Ich denke der Brexit ist die größte Verschwendung von Geld und Zeit, die zu meinen Lebzeiten stattfindet."

Hast Du eine Meinung zum Brexit?

Oh ja, es ist furchtbar. Ich denke der Brexit ist die größte Verschwendung von Geld und Zeit, die zu meinen Lebzeiten stattfindet. Ich habe auch nochmal an der Europawahl teilgenommen. Es war schwer, mich für jemanden zu entscheiden, von dem ich mich repräsentiert fühle. Aber ich wollte Nigel Farage und seiner Brexit-Partei etwas entgegensetzen.

Zurück zur Musik. Euer Genre nennt sich auch Math-Rock. Wie würdest Du einem Kind erklären, was das ist?

Der Grund warum man es Math-Rock nennt, ist der, dass es viel mit zählen zu tun hat und sich oft etwas technisch anhört. Der Genrename leitet sich von dem Wort Mathematik ab. Bei dieser Musik entstehen mit allen Instrumenten sehr besondere Rhythmen und Melodien. Ich liebe das, aber ich würde uns nicht als reine Math-Rock Band bezeichnen.



Wie würdest Du die Rolle beschreiben, die die Musik in deinem Leben spielt?

Das ist schwer zu sagen. Es ist mir immer suspekt, wenn Menschen kein besonderes Verhältnis zur Musik haben. Mein Leben dreht sich um Musik. Musik hat für mich einen so großen Einfluss darauf, wie ich mich fühle, sie kann meinen Tag retten, mich entspannen, mich trösten und so weiter. Musik spielt für mich eine sehr wichtige Rolle dabei, ein zufriedenes Leben zu führen.
Verlosung

fudder verlost unter allen Mitgliedern im Club der Freunde fünf Foals-Fanpakete. Ein Fanpaket beinhaltet eine Tasche, ein Hoodie, ein T-Shirt mit Foals-Aufdruck, eine Vinyl plus ein Ticket für das Foals-Konzert beim ZMF am 31. Juli 2019.

Mitglied in fudders Club der Freunde kannst Du hier werden. Um zu gewinnen, schicke eine E-Mail mit deinem Namen, deiner Adresse und dem Betreff "Foals" an gewinnen@fudder.de.

Sollten keine Club-Mitglieder an der Verlosung teilnehmen, werden die Karten unter den restlichen Einsendungen verlost. Teilnahme ab 18 Jahren, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Einsendeschluss ist Donnerstag, 18. Juli, um 12 Uhr. Die Gewinner werden per E-Mail benachrichtigt.

Was: Foals, ZMF
Wann: 31. Juli, 19.30 Uhr
Wo: Zirkuszelt, ZMF
Tickets: bz-ticket.de

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