Polizei sucht Zeugen

Mehrere Männer sollen 18-Jährige nach Diskobesuch in Freiburg vergewaltigt haben

Carolin Buchheim

Nach dem Besuch einer Diskothek soll eine 18-Jährige im Industriegebiet-Nord in einem Gebüsch von mehreren Männern vergewaltigt worden sein. Die Polizei hofft auf Zeugen und hält sich mit Details zurück.

Die 18-Jährige war am Samstagabend nach Angaben der Polizei gemeinsam mit einer Freundin auf einer Party in einer Diskothek an der Hans-Bunte-Straße, wo sie von einem nicht näher bekannten Mann ein Getränk erhalten habe. Gegen Mitternacht habe die junge Frau dann gemeinsam mit diesem Mann die Diskothek verlassen.


In einem nahegelegenen Gebüsch kam es nach Angaben der jungen Frau daraufhin zu einem sexuellen Übergriff durch den Mann. Nach diesem sollen weitere, bislang ebenfalls unbekannte Täter die zwischenzeitlich wehrlosen Frau ebenfalls vergewaltigt haben. Die junge Frau erstattete am Sonntag Anzeige bei der Polizei.

Die Polizei hofft auf Zeugen des schweren sexuellen Übergriffs

Eine Beschreibung der möglichen Täter hat die Polizei nicht veröffentlicht. "Wir wollen aufgrund der Mehrzahl der Täter vermeiden, dass die Fahndung sich auf nur einen Mann beschränkt", sagt Polizeipressesprecherin Laura Riske. "Wir hoffen, dass Zeugen möglicherweise bemerkt haben, dass mehrere Männer in das Gebüsch gegangen sind."

Die Polizei sei jetzt besonders bemüht, das Opfer zu schützen, sagt Riske. "Für uns ist es wichtig, dass sie jetzt im Nachgang nicht der Öffentlichkeit preisgegeben wird." Die Details der Tat seien zudem schwer zu klären. So sei etwa unklar, was den wehrlosen Zustand der Frau verursacht habe. "Möglich sind sowohl K.O.-Tropfen als auch Drogen oder Wechselwirkungen unterschiedlicher Substanzen", sagte Riske. Opfer sexualisierter Gewalt sollten grundsätzlich so früh wie möglich zur Polizei gehen, um Ermittlungen und Spurensicherung zu erleichtern.

An der Hans-Bunte-Straße befinden sich zudem zwei Diskotheken: Das Hans-Bunte-Areal, wo am Samstagabend ab 22 Uhr die Technoparty "Umsonst & Drinnen" stattfand, und der Velvet-Nightclub, wo die Veranstaltung "Russisch vs. Hip Hop" ab 23 Uhr angekündigt war. Wo genau die junge Frau zu Gast war, wollte die Polizei nicht eingrenzen.

Clubbetreiber wollen mit den Ermittlungsbehörden kooperieren

Die Betreiber der beiden Clubs an der Hans-Bunte-Straße sind erschüttert und kooperieren nach eigenen Angaben mit den Ermittlungsbehörden. "Wir tragen alles dazu bei, dass diese Tat aufgeklärt wird", sagt ein Mitglied der Geschäftsführung des Velvet-Nightclub. So seien etwa Video-Aufnahmen aus dem Eingangsbereich des Clubs an die Polizei übermittelt worden.

"Die Leute kommen zu uns, um Spaß zu haben", sagt Sven Galvez, Mitverantwortlicher im Hans-Bunte-Areal. "Dass jemand dann eine solch schreckliche Erfahrung macht, ist entsetzlich." Im Hans-Bunte-Areal sei man um die Sicherheit der weiblichen Gäste bemüht, habe etwa mit Taxibetreibern einen Standort arrangiert, um dunkle Wege zu reduzieren und weise auf den Toiletten auf das von Frauenhorizonte in Freiburg etablierte "Luisa"-Konzept hin. Mit dem Codesatz "Ist Luisa hier?" können Gäste in unangenehmen Situationen sich unauffällig an das Personal wenden und so um Hilfe bitten. Galvez appelliert an seine Gäste, aufeinander aufzupassen: "Bitte geht in Gruppen gemeinsam zur Straßenbahn."
Die Kriminalpolizei bittet Zeugen, die sachdienliche Hinweise zum Tatgeschehen oder auf mögliche Täter geben können, sich unter 0761/8825777 zu melden.