Mehr Subkultur in der StuSie: Der Club "Tanz im Glück" wagt ein neues Konzept

Brigitte Rohm

Eine Antwort auf das Freiburger Clubsterben? Die Macher der ehemaligen StuSieBar "Tanz im Glück" wollen für Studierende mit dem SUB TIK-Programm neuen Raum für subkulturelle Musik schaffen. Am Donnerstag ist die offizielle Eröffnungsparty.

Man braucht eigentlich nichts, um glücklich zu sein, erzählt uns das Märchen von Hans im Glück. Außer ein bisschen gute, elektronische Musik und Raum zum Tanzen, dachte sich das Team des StuSie-Vereins, und gab seinem Studierenden-Club den Namen "Tanz im Glück". Doch es bleibt nicht allein bei der Namensänderung der StuSieBar: Ein neues Konzept sollte her, und dazu neue Räume, in denen fortan zum Zweck maximaler Serotoninausschüttung getanzt werden darf.


Die Räume für das SUB TIK-Programm trumpfen mit drei Neuerungen: Floor, Bar und Außenbereich

Leitern in der Ecke, Tapeziertische im Gang und Abdeckvlies auf dem Tresen: Zwei Tage vor der großen Eröffnungsparty ist der Umbau im TIK noch in vollem Gange. Ein neuer Außenbereich zeigt sich noch recht karg, die Bar steht kurz vor ihrer Vollendung und die Wände leuchten bereits in fluoreszierenden Neonfarben. Der Floor ist seit kurzem fertig und konnte schon bei einigen Gelegenheiten wie der Semestereröffnungsparty ausprobiert werden.

"Der neue Tanzbereich ist unser Herzstück", erklärt Jeremias Haberland, einer der Macher. "Beim SUB TIK-Programm soll man den Eindruck bekommen, man sei in einem anderen Club." Im kleinen, aber feinen Raum mit LED-Discokugel und neuem DJ-Pult samt Equipment soll Platz sein für Underground: Drum ’n’ Bass, Hip Hop, Deep House oder Indietronic wird hier künftig donnerstags und ab November auch am Wochenende aus den Boxen schallen.

Mixed Music im TIK, Subkultur im SUB TIK

Denn neben dem bewährten Prinzip, Partys für Studierende zu organisieren – was es weiterhin im Rahmen des normalen TIK-Programms geben wird – soll ein ganz neues Angebot entstehen: "Wir hatten bisher den Fokus darauf, junge Leute zusammenzubringen und einen gemeinsamen Bezug über Musik herzustellen, die jeder kennt", sagt Jeremias. "Jetzt erweitern wir das Konzept um eine Facette und wollen Menschen ansprechen, die speziell wegen der Musik kommen." Subkultur statt Mixed Music – diese Idee war schon lange in den Köpfen der Macher, die seit dem Clubsterben nicht mehr wussten, wo sie eigentlich in Freiburg feiern gehen sollten.

Wer braucht schon DJs aus New York?

Ähnlich wie ehemals im Kamikaze wollten sie einen kleinen Club schaffen, in dem gute regionale DJs auflegen: "Wir haben hier so ein Potenzial. Warum braucht man immer ein Riesen-LineUp mit DJs aus New York, wenn es die Qualität und den Raum auch vor Ort gibt?", sagt Jeremias. Zusammen mit seinem Kollegen Tristan Schindler hat der 28-Jährige schon jede Menge Erfahrung im Freiburger Nachtleben. Die beiden leiten das Team der "Studierendenpartys Freiburg" und haben während des Studiums lieber Partys organisiert, als in der Vorlesung zu sitzen. Im TIK wollen sie in Zukunft auch den lokalen DJ-Kreis fördern und ein Tonstudio einrichten, wo DJs das Equipment nutzen und selbst produzieren können.

Noch ist das Zukunftsmusik, und auch im SUB TIK gibt es noch einiges zu tun: Die Wandgestaltung, der Einsatz von indirektem Licht und neue Möbel sollen nach und nach hinzukommen. "Die Leute sollen jedes Mal, wenn sie feiern gehen, etwas Neues entdecken", sagt Jeremias lachend. Zur Eröffnungsparty am Donnerstag werden Atréju und Trankil, zwei DJs aus Heidelberg, für elektronische Klangwelten mit melodischen, treibenden Beats aus Deep House sorgen – die perfekte Gelegenheit, um herauszufinden, ob das neue TIK tatsächlich glücklich macht.


Was: Tiefenrausch, Eröffnungsparty des TIK
Wann: Donnerstag, 20. Oktober, ab 23 Uhr
Wo: TIK (ehemals StuSieBar), Sundgauallee 36, 79110 Freiburg
Eintritt: Ab 18. Nur für Studierende/StuSie-Mitglieder. Pro Mitglied ist eine Begleitung möglich, diese benötigt kein Studierendenausweis.