Mehr Klang in Freiburg: Ein neues Festival für neue Musik

Stephan Elsemann

Morgen beginnt Mehrklang: Das Festival für Neue Musik verspricht Unerwartetes für die Sinne. Zum ersten Mal präsentiert sich die Neue-Musik-Szene Freiburgs gemeinsam - mit zahlreichen Konzerten, Workshops und Projekten. Vier Tage lang Musik mit Weltklassemusikern zum Hören und auch zum Mitmachen.



Freiburg ist reich, so steht's – leicht provokativ – im Programmflyer des neuen Festivals. Gemeint ist Freiburgs Reichtum an Musik – besonders auch an neuer Musik.


Recht haben sie, die zwölf Ensembles und Klangkörper aus Freiburg, die sich zum ersten Mal unter einem gemeinsamen Dach zusammengefunden haben und das Festival ausrichten. Geld dazu gab es von der Bundeskulturstiftung und auch von der Stadt Freiburg. Pikant, dass gerade in diesen Tagen publik wurde, dass die Stadtverwaltung bei den anderen großen Freiburger Festivals den Geldhahn zudrehen will – zum Beispiel beim beliebten Tanzfestival.

Wie auch immer, die Einrichtung eines Festivals für neue Musik in Freiburg ist ganz sicher ein sinnvoller und längst fälliger Schritt. Denn Freiburgs Neue-Musik-Szene ist nicht nur sehr groß, sondern auch mit ausgezeichneten Musikern gesegnet. Weltruhm genießen einige der beteiligten Ensembles. Das kann man während der vier Tage entdecken und miterleben.



Und das Konzertprogramm ist üppig geraten. Gleich der Eröffnungsabend setzt Zeichen. Fünf Freiburger Ensembles gestalten diesen Abend: Ensemble Aventure, ensemble chronophonie, ensemble recherche, Rim Shots & Co und das Ensemble SurPlus musizieren erstmals gemeinsam in einem Konzertprogramm. Gewidmet ist dieser Abend den Tierkreiszeichenstücken Karlheinz Stockhausens.

Spannend wird sicher auch der Abend der "Heftigkeiten" mit dem Ensemble Aventure. Schüler des Wentzinger Gymnasiums machen da mit und auch das  Publikum wird beteiligt. Ein lohnender Einstieg in die Neue-Musik-Welt dürften auch die beiden Schlagzeug-Konzerte mit Johannes Fischer und mit den Rim-Shots sein.



Doch nicht nur Konzerte stehen auf dem Programm - Workshops, Vorträge und Podiumsdiskussionen sind mehr als nur Rahmenprogramm. Denn man will Menschen für die neue Musik gewinnen, die ja mit dem Ruf von Unzugänglichkeit geschlagen ist. Musikvermittlung steht deshalb ganz im Focus des Festivals.

Projekte mit Schülern sind entscheidend dafür. "Hörmal" ist so ein ein Projekt, das der Schlagzeuger Christian Dierstein vom ensemble recherche betreut. Das Besondere: Die Schüler komponierten selbst und am Freitag ist Uraufführung. canohadamithophilstaudi.pd heißt das Werk der Staudinger Gesamtschüler. Bei Paper Music, einem anderen Schulprojekt, wird Musik auf gefaltetem Papier gemacht. Ein drittes ist Der Schrei, ein Projekt des SWR Sinfonieorchesters (fudder berichtete).



Neue Musik zu hören ist immer auch ein kleines Abenteuer – eins das bereichert. Das neue Festival macht es sehr leicht. Fast alle Veranstaltungen sind kostenlos, auch einige der Konzerte. Die Eintrittspreise für die anderen Konzertabende sind mit acht und elf Euro ebenfalls publikumsfreundlich gehalten.

Das Programm:

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