Mehr Drogen, mehr Wohnungseinbrüche, mehr Gewalt: 10 Fakten aus der Freiburger Kriminalstatistik 2013

Marius Buhl

Am Donnerstag hat das Polizeipräsidium Freiburg die Kriminalstatistik für 2013 vorgestellt. Die zehn wichtigsten Fakten:



1. Freiburg ist die kriminellste Stadt Baden-Württembergs

Das macht das Polizeipräsidium an der sogenannten Häufigkeitszahl fest. Diese errechnet sich aus der Anzahl der Straftaten pro 100.000 Einwohner.

Die Häufigkeitszahl in Freiburg: 12.136.
Der Landesdurchschnitt in Baden-Württemberg: 5.450.

2. Die Jugendkriminalität nimmt ab

Tatverdächtige unter 21 Jahren gibt es weniger als es im Schnitt in den vergangenen 10 Jahren gab. Während im 10-Jahres-Schnitt von 9.502 Tatverdächtigen 2.726 unter 21 Jahre alt waren (was rund 10 % sind), sind es nun nur noch 2.570 von 9.894 (9,7 Prozent).

3. Es gibt mehr Gewaltkriminalität in Freiburg

Gewaltkriminalität ist ein abstraktes Wort - gemeint sind damit alle Straftaten, bei denen körperliche Gewalt gegen Personen verwendet wird: Zum Beispiel die schweren Straftaten wie Mord, Totschlag und schwere Körperverletzung, aber auch Straftaten wie erpresserischer Menschenraub und Geiselnahme. 2013 gab es 66 Fälle mehr als 2012, insgesamt sind es 870 Fälle. Insbesondere gab es rund 25 Raubüberfälle mehr.

4. Es gibt einen extremen Anstieg bei den Wohnungseinbruchsdiebstählen

Das Kuriosum der Kriminalstatistik: 496 Mal ist im Jahr 2013 ein Täter in eine Wohnung eingebrochen um etwas zu stehlen. Zum Vergleich: 2012 waren es nur 338 Fälle. Das ist eine Zunahme um 185 Fälle, was rund 47 Prozent sind. Verantwortlich für den hohen Anstieg macht Polizeipräsident Bernhard Rotzinger die steigende Anzahl süd- und osteuropäischer Banden, die sich aufgrund der Grenznähe gezielt Südbaden für ihre Überfälle aussuchen würden.

Auf der Verhinderung einer weiter steigenden Anzahl der Einbruchsdiebstähle soll daher ein Schwerpunkt der Polizeiarbeit für 2014 liegen. Insbesondere apelliert Rotzinger hier an die Bevölkerung, die Häuser auf Diebstahlssicherheit zu überprüfen und schon bei "komischen Vorgängen die Polizei zu rufen".

5. Es gibt weniger Fahrraddiebstähle in Freiburg

An was es liegt, weiß keiner so genau. 2012 gab es 2065 Fahrraddiebstähle, im vergangenen Jahr 1934. Das ist ein Rückgang um 6 Prozent. "Wahrscheinlich schützen die Leute ihr Rad besser gegen Diebstahl", vermutet Alfred Oschwald, Leiter der Polizeidirektion Freiburg.

6. In Freiburg wurden 2013 etwas mehr Straftaten registriert als 2012

Insgesamt gab es in Freiburg 26.462 gemeldete Straftaten im Jahr 2013, das sind 223 mehr als im Vorjahr, was einer Zunahme von 0,8 Prozent entspricht. Aufgeklärt wurden davon 55,3 Prozent, 1 Prozent weniger als 2012.

7. Mehr Rauschgiftkriminalität in Freiburg

Vor allem Cannabis, aber immer mehr auch synthetische Partydrogen und Crystal Meth machen den Hauptanteil der Drogendelikte aus. Insgesamt wurden davon im letzten Jahr 1.497 Delikte gemeldet, 93 mehr als im Vorjahr.
Paradox: Je mehr die Polizei in diesem Dunkelfeld ermittelt, desto höher wird die Zahl der Delikte, da einfach mehr bekannt wird. Der Anstieg der gemeldeten Delikte muss also nicht zwingend einen tatsächlichen Anstieg der Drogennutzung in der Gesellschaft bedeuten. Weitet die Polizei die Ermittlungen weiter aus, könnte die Zahl weiter steigen.

8. Mit manchen Straftaten hat die Polizei heute kaum noch Probleme

Mit Straftaten wie Autoradiodiebstahl, Mundraub oder der illegalen Verbreitung von Pornoheften hat die Polizei heute kaum noch Probleme. Kein Wunder: Was ist ein Autoradio wert, wenn man teure Smartphones leichter klauen kann, wer schaut in diesen Zeiten schon noch in Pornoheftchen und Mundraub ist heute salonfähig - immerhin organisieren die Leute sich dazu über das Internet (fudder berichtet: Mundraub.org: Frisches Obst, selbst gepflückt und ganz umsonst).

9. Handydiebstähle nehmen zu

Mitte Februar gab es mehrere spektakuläre Handydiebstähle in der Innenstadt (fudder berichtete: So schützt du dich vor Handy- und Taschendiebstahl), doch darüber führt die Polizei keine genaue Statistik. Dass die Gesamtzahl der Handydiebstähle gestiegen ist, wird aber angenommen. "Eine genaue Anzahl haben wir nicht," sagt Alfred Oschwald. "aber das Smartphone als neues, teures Statussymbol, das zudem noch leicht zu stehlen ist, ist schon sehr begehrt als Diebesgut."

10. Es gab mehr registrierte Vergewaltigungen und sexuelle Nötigungen in Freiburg

31 Fälle sind der Polizei 2013 bekannt geworden, das sind 14 Delikte mehr als 2012. Die generelle Zahl der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung ging dagegen um 4 Fälle zurück - auf 120.  

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