Matt, 24, will mitten in Freiburg Jagd auf Kaninchen, Fische und Gänse machen

Marius Buhl

Seriös oder Quatsch? So ganz sicher sind wir uns nicht, wie ernst Matt, Freiburger Student aus Denver, seinen Aushang zum "urban hunting" meint. Was ihm droht, falls er sein Vorhaben in die Tat umsetzt:



Hi Guys, ich bin Matt, 24, und studiere ein Jahr in Freiburg an der Albert-Ludwigs-Universität. Zuhause war ich in der urban hunting szene aktiv. Jetzt möchte ich das auch in Freiburg starten. Ich denke, Freiburg ist ein perfekter Platz. Wilde Kaninchen in Weingarten, am Seepark Karpfen und Schildkröten und Enten und Gänse am Dietenbachsee. Wenn du also Lust hast, melde dich oder tritt der Gruppe urban hunting freiburg (fb) bei.

So steht es auf einem weßen Blatt Papier, das momentan vor allem im Freiburger Stadtteil Vauban aushängt, darunter sind klassische Abrisszettel angebracht, auf denen die E-Mail-Addresse des urbanen Jägers steht: urbanhunting-freiburg@gmx.de.

Ernst gemeint oder dummer Quatsch? Eigentlich spricht so ziemlich alles für Letzteres: Auf Anfrage bei der E-Mail-Adresse passierte überhaupt nichts, die genannte facebook-Gruppe existiert nicht - und auch die Tatsache, dass das Blatt im öko-freundlichen (und gewiss sehr empfindlich auf den Begriff "urban hunting" reagierenden) Vauban hing, spricht eher für einen Witz.

Und auch Stephan Tilgener, Freiburger Jäger und Anwalt, hält den Aushang für einen Scherz. Er sagt: "Das ist ein Fake. Nach neuem Jagdrecht geht das überhaupt nicht. Das fängt möglicherweise beim illegalen Waffenbesitz an und geht weiter und weiter. Es gibt so genannte befriedete Bezirke, zu denen die Stadt sicherlich gehört."

Der Freiburger Jäger für das Schauinsland-Gebiet, Philipp Schell, ergänzt: "Die Stadt ist in Teilen befriedeter Bezirk. Nur das Kreisjagdamt könnte im Einzelfall Sondergenehmigungen erteilen."

Im einzelnen, so Schell, müsse man auswerten, wo gejagt wurde. Darüberhinaus komme es auf die konkret gejagte Tierart an. Manche unterlägen dem Jagdrecht, andere seien dem Tierschutzgesetz unterworfen, wiederum andere fielen sogar unter das Washingtoner Artengesetz.

"Im Fall einer gejagten Ringeltaube müsste sich der Jäger unter Umständen wegen der Straftaten Wilderei, Sachbeschädigung oder auch Hausfriedensbruch verantworten. Dazu kämen Tierschutzgesetze, wenn er zum Beispiel mit einem Pfeil und Bogen tötet. Es ist in Deutschland schließlich klar geregelt, wie man Tiere töten darf."

Zusammengefasst sagt Schell: "Wenn Matt nicht völlig irre ist, lässt er es lieber!"

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