Angriff

Mann übergießt Richter auf dem Augustinerplatz mit Benzin

BZ-Redaktion & Carolin Buchheim

Ein 42-Jähriger hat einen Richter angegriffen: Mitten am Tag übergoss er ihn mit Benzin. Am kommenden Dienstag sollte am Landgericht die Berufungsverhandlung gegen ihn eröffnet werden.

Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz, Missbrauch von Notrufen, Störung des öffentlichen Friedens durch Androhen von Straftaten, Bedrohung, Beleidigung, Nötigung – die Liste der Straftaten wegen denen ein 42-Jähriger im vergangenen November vom Amtsgericht Freiburg zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr verurteilt wurde, ist lang. Am kommenden Dienstag soll das Verfahren vor dem Landgericht wieder eröffnet werden – jetzt hat der Mann einen Richter angegriffen.


Angriff am Mittag auf dem Augustinerplatz

Wie die Polizei erst am Mittwochnachmittag mitteilte, goss der 42-Jährige seinem Opfer am Montagmittag gegen 13 Uhr in aller Öffentlichkeit auf dem Augustinerplatz einen Becher mit Benzin ins Gesicht. "Es handelt sich nicht um einen Strafrichter, sondern um einen Richter, der in der Vergangenheit in Zivilsachen mit dem Mann zu tun hatte", sagte Dieter Inhofer von der Staatsanwaltschaft Freiburg.

Die Staatsanwaltschaft hat Haftbefehl wegen Körperverletzung und Verstoß gegen das Gewaltschutzgesetzt beantragt; ein Richter des Amtsgerichts ordnete Vollzug an. Der 42-Jährige wurde festgenommen und befindet sich nun in Untersuchungshaft. Anzeichen, dass der Mann den Richter anzünden wollte, gab es nach Angaben der Staatsanwaltschaft jedoch nicht.

Schon oft Bedrohungen ausgesprochen

Die Opfer der Bedrohungen und Beleidigungen, wegen derer der Mann verurteilt wurde, waren seine getrennt lebende Ehefrau und deren Rechtsanwältin, verschiedene Mitarbeiter des Jugendamtes der Stadt Freiburg, mehrere Polizeibeamte und ein Staatsanwalt. Gegenüber einer Mitarbeiterin des Oberlandesgerichts in Freiburg soll der 42-Jährige gedroht haben, das Gericht zu sprengen und dabei einen Behälter mit Flüssigkeit vorgezeigt haben.

"Ich gehe davon aus, dass die Berufungsverhandlung am Dienstag wie geplant eröffnet wird", sagte Staatsanwalt Dieter Inhofer. Sowohl der Angeklagte als auch die Staatsanwaltschaft hatten die Berufung beantragt. Der Verteidiger des Angeklagten hatte in der ersten Instanz Freispruch, die Staatsanwaltschaft eine Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr und neun Monaten gefordert.

Mehr zum Thema: