Johanneskirchen-Fall

Mann in Freiburg tot geprügelt: Vater und Sohn verhaftet

Joachim Röderer

Ein 51-jähriger "Wildpinkler" wird an der Johanneskirche in Freiburg beleidigt und verprügelt. Tage später stirbt er an seinen Verletzungen. Jetzt hat die Polizei zwei Tatverdächtige gefasst: Vater und Sohn.

Lange tappte die Polizei im Dunkeln – doch nun hat es eine Festnahme gegeben. Entsprechende Informationen der Badischen Zeitung bestätigte die Polizei am Dienstagmorgen. Bei den beiden Tatverdächtigen handelt es sich um einen 25-jährigen Italiener und dessen 50 Jahre alten Vater. Sie räumten der Polizei zufolge die Tat "teilweise" ein. Die Männer sollen bislang noch nicht polizeilich in Erscheinung getreten sein. Sie wohnen demzufolge schon länger in Freiburg: "Mangels Flucht- oder Verdunklungsgefahr wurden sie nicht in Untersuchungshaft genommen", teilte die Polizei mit. Zeugenhinweise sollen die Ermittler auf die Spur von Vater und Sohn geführt haben.


Der Vorfall mit tödlichen Folgen hatte sich am Nachmittag des 12.Oktober ereignet – auf dem Platz neben der Kirche, direkt an der belebten Kreuzung von Basler- und Günterstalstraße. Der 51-Jährige hatte an der Kirche seine Notdurft verrichtet und war offensichtlich deswegen von mehreren Männern beleidigt und dann körperlich angegriffen worden.

Innere Verletzungen waren erst bei Obduktion festgestellt worden

Das Opfer konnte an diesem Tag seinem Sohn noch von der Attacke berichten. Er starb wenig später jedoch an den inneren Verletzungen. Der Arzt, der den Leichenschein ausstellte, ging zunächst von einer natürlichen Todesursache aus. Erst nach einem Hinweis des Sohnes bei der Polizei folgte die Obduktion des Toten.

Aufgrund des Befundes der Gerichtsmedizin ermittelte die Polizei wegen Körperverletzung mit Todesfolge. Zunächst gab es nur wenig Hinweise zu dem Fall – trotz des Tatorts mitten in der Stadt. Vor drei Wochen verteilte die Polizei rund um die Johanneskirche Flugblätter, mit denen noch einmal intensiv nach den Tätern gefahndet wurde. Seinerzeit gingen die Ermittler noch von drei Tätern aus. Stand jetzt waren aber wohl nur die beiden Männer an der Tat beteiligt.

Der Johanneskirchen-Fall gehört zu der traurigen Serie von vier Tötungsdelikten, die seit Mitte Oktober Freiburg und die Region erschüttert haben.

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