Mädchenflohmarkt Freiburg: Wie tausende junge Freiburgerinnen über Facebook Klamotten verkaufen

Annkathrin Pohl & Julia Mungenast

Alles begann mit einer rosa Hose. "Ein Fehlkauf!" befand die 16-jährige Hana. Um die Hose loszuwerden, gründete die Freiburgerin mit ein paar Klicks die Facebook-Gruppe "Mädchenflohmarkt Freiburg". Seit knapp zwei Wochen verkaufen dort mehr als 2700 Mädchen Klamotten, Schuhe und Accessoires - und den ersten Shopping-Flashmob gab's auch schon.


Eine geblümte Leggings in dünnem Stoff für 6 Euro. Eine George Gina & Lucy Tasche - leider gefälscht - für 5 bis 10 Euro. "Seeehr selten getragene" blaue Riemchensandalen von Bullboxer für 17 Euro. Diese und viele andere Sachen bieten junge Freiburgerinnen im Moment in der Facebook-Gruppe Mädchenflohmarkt Freiburg zum Verkauf an.


Gegründet hat die Gruppe Hana Petersen - weil sie eine rosa Hose, die nicht passte, loswerden wollte. "Für eBay bin ich zu jung, und für H&M-Sachen bekommt man da nichts", sagt die 16-Jährige. Auch die boomende Verkaufsplattform Mädchenflohmarkt kam für sie nicht in Frage - denn dort sind niedrigpreisige Marken wie H&M, Tally Weijl und New Yorker ausdrücklich nicht erwünscht.

Also gründete Hana am 30. September 2012 die Facebook-Gruppe Mädchenflohmarkt Freiburg - und hat damit offensichtlich ein Bedürfnis junger Freiburgerinnen erfüllt. 2.700 Mitglieder hat die Gruppe am zwölften Tag nach der Gründung - Tendenz weiterhin stark steigend. Die Gruppe ist geschlossen; mitmachen kann, wer eingeladen wird, oder einen Anfrage schickt - Hana entscheidet über die Mitgliedschaft.

Kleidung verkaufen ist ganz einfach: ein Foto von dem Kleidungsstück oder Accessoire in die Gruppe gepostet, Marke, Preisvorschlag, Zustand und Größe dazu - fertig! Die Hits bei den Mitgliedern: Blusen, Jeansjacken und Angebote, die von älteren Mädchen kommen. Bezahlung und Austausch der Klamotten finden in der Öffentlichkeit statt; kein Postversand, keine Überweisung, keine Kreditkarte nötig.

Der Lieblingsflohmarktsachenaustauschort: der Treffpunkt vor der Apotheke am Bertoldsbrunnen; liebevoll 'L.A.' genannt. Dort kam es vergangenen Freitag zu einem spontanten Mädchenflohmarkt-Shopping-Flashmob: rund 50 Gruppenmitglieder haben sich dort zum Klamottentausch getroffen. „Jeder hat was verkauft, es war so witzig", sagt Hana. "Es waren nur Mädchen da und alle so: 'Was ist hier los?'" Passanten wurden neugierig. Zum Glück blieb größeres Chaos aus.

Mitmachen bei der Facebook-Gruppe dürfen nur Mädchen. "Jungs interessieren sich ja eh' nicht so für Klamotten", findet Hana. Trotzdem sind einige Jungs durch Einladungen in die Gruppe geraten - und haben prompt Fotos von sich in Boxershorts eingestellt. Die Fotos hat Hana gelöscht, die Jungs aus der Gruppe geworfen.

Wie es mit ihrer jungen erfolgreichen Facebook-Gruppe weitergehen soll, weiß Hana noch nicht genau. Sie könnte sich vorstellen, einen Flohmarkt zu organisieren, aber genaue Pläne hat sie noch nicht. Bisher freut sich Hana vor allem über den Erfolg der Seite; das positive Feedback der Nutzerinnen macht sie stolz. "Alle kommen über die Klamotten zusammen, das finde ich süß!"

Mehr dazu:

    [Fotos: Privat]