Lebensmittel: Was kriegt man unter 1 Euro?

Teresa Quast

Gern macht man sich beim Einkaufen damit verrückt, wenn man den Preis von Euro in Mark umrechnet. Hach, ist das alles teuer geworden! Wir fragen andersherum: was bekommt man überhaupt noch unter einem Euro? Ein Gang durch den Supermarkt - auf Sparflamme.



Wie schont man den Geldbeutel? Mit dieser Frage im Hinterkopf haben wir uns das Angebot der Supermärkte genauer angeschaut. Der Grundbedarf soll gedeckt werden, doch als Bedingung gilt: Jedes Produkt darf nicht mehr als einen Euro kosten.


Gemüse

Schnell wird klar: verpackt ist billiger als frisch. Das wird besonders bei Obst und Gemüse deutlich. Natürlich gibt es Ausnahmen, aber dann sollte man kompromissbereit sein, denn die knackigen Bilderbuch-Früchte sind teurer.

Außer den Limetten und Avocados. Da will man lieber nicht drüber nachdenken, warum sie trotz des langen Transports von weither so günstig sein können.

Wer's knackig und trotzdem günstig mag, muss zur Kühltruhe. Da gibts Buttergemüse á 300 Gramm für 49 Cent. Heißt es nicht sogar, dass Vitamine bei Schockgefrorenem länger erhalten bleiben als bei den welken Knollen in den aufgebahrten Kisten?



Brot

Supermarkt oder der Bäcker um die Ecke? Auch beim Brotkauf kommen die vorgeschnittenen, direkt eingetüteten Brote preislich besser weg als die Laibe hinter der Bäckertheke. Dort gibt es unter einem Euro nur noch die normalen Brötchen, vereinzelt süße Stückle und zum Glück die gute alte Laugenbrezel.



Wurst, Käse, Eier

Jagdwurst, Geflügelwurst, Leberpaté (eine kleine Packung) – alles ist unter einen Euro zu haben. Auch Frischkäse gibt es in allen möglichen Variationen. Schlechter sieht es bei Scheibenkäse aus. Die Auswahl ist begrenzt und der Packungsumfang auch: Fünf Scheiben Emmentaler fü 99 Cent. Eine Ecke Camembert bekommt man schon für 65 Cent, aber auf dieses Geschmackserlebnis kann man auch verzichten.

Dann lieber ein dick mit Butter bestrichenes Brot, denn die Butter gibts günstig. Bei den Eiern ist es ähnlich. Es gibt teuer und billig, aber bei den Zehnerkartons für zirka 95 Cent muss einem die Käfighaltung egal sein.



Milchprodukte

An diesem Abschnitt des Kühlregals fühlen sich Sparfüchse wohl. Von Fruchtjoghurts (29 Cent) über Quark (79 Cent), Zaziki (69 Cent), Schmand (45 Cent), sogar Sojadrinks (99 Cent) bis zur Buttermilch (59 Cent) ist alles sehr preiswert.

Aber so ein Joghurt zum Mittagessen macht ja nicht wirklich satt. Nudeln und Reis gibt es günstig und auch die Sauce dazu bleibt unter einem Euro.

Fleisch

Für ein richtiges Stück Fleisch muss man allerdings etwas tiefer in die Tasche greifen. Also wieder der Tiefkühl-Tip? Die Auswahl dort ist eher mau. Pommes, einige wenige Fertiggerichte, der Rest ist teurer. Dagegen ist das Konservenregal die reinste Fundgrube. Und wer gerne Suppe löffelt, kommt auf jeden Fall günstig weg (ab 99 Cent).



Getränke

Kaum Einschränkungen. Wenn man antialkoholisch bleibt, hat man eine Auswahl an Säften, Wasser und Softdrinks. Wer nach dem Essen gern ein Tässchen trinkt, sollte sich für Tee (89 Cent für einen Beutelkarton) anstatt Kaffee entscheiden, denn der ist meist teurer.

Naschkram

Der Grundbedarf ist gedeckt. Doch wenn man so zur Kasse schlendert, meldet sich die Lust nach etwas richtig Unnötigem. Was zum Naschen. Aber richtige Schnäppchen kann man hier nur bei den Fruchtgummis oder den No Name-Marken (Chips für 99 Cent) machen.



Fazit

Prinzipiell ist so ein Einkauf auf Sparflamme schon möglich. Man muss nur aufmerksam und kompromissbereit sein - und kein Markenfan.