Landgericht: Priester entschuldigt sich beim Opfer

Carolin Buchheim

Der Prozess gegen den katholischen Priester Frank B. vor dem Freiburger Landgericht ist so gut wie vorbei: am fünften Verhandlungstag bekannte sich der ehemalige Seelsorger vorbehaltlos zu den ihm vorgeworfenen Taten und entschuldigte sich mit einer sehr persönlich wirkenden Erklärung bei der Nebenklägerin Gudrun E.

Die neuerliche Einlassung B.'s, die sich stark von der Aussage unterschied, die er zu Beginn des Prozesses vergangene Woche geleistet und in der er Gudrun E. beschuldigt hatte, ihn zu Betrugshandlungen überredet zu haben, ist das Ergebnis einer "verfahrensbeendenden Verständigung" zwischen Anklage, Verteidigung, Nebenklage und dem Gericht. Landläufig wird eine solche Verständigung "Deal" genannt. Diese Verständigung war erst im Laufe des heutigen Vormittags zustande gekommen.


B. kann nun damit rechnen, zu einer Bewährungsstrafe von maximal zwei Jahren verurteilt zu werden. Bedingungen waren zum einen seine neuerliche geständige Einlassung und dass er der Nebenklägerin noch innerhalb der Bewährungszeit mindestens 70.000 Euro Schadenersatz leistet.

Nach dem Zeitplan des Gerichts sollen am kommenden Dienstag Staatsanwalt, Nebenklagevertreter und Verteidiger ihre Plädoyers halten. Die Urteilsverkündung wird für Freitag, den 17. Oktober 2008 erwartet. 

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