Kriminalitätsstatistik 2007: So kriminell ist Freiburg

Carolin Buchheim

Heute veröffentlichte die Polizeidirektion Freiburg im Rahmen einer Pressekonferenz die Kriminalstatistik für das Jahr 2007. Während in Baden-Württemberg die Zahl der bekannt gewordenen Straftaten insgesamt leicht anstieg, sank sie in Freiburg deutlich. Doch Freiburg bleibt auch weiterhin die kriminellste Stadt im Land.



"Wenn man sich die Zahlen für Stadt- und Landkreis genau anschaut, dann sieht man eindeutig die positive Entwicklung", erklärte Heiner Amann (Bild oben links), Leiter der Polizeidirektion Freiburg, heute Mittag bei der Pressekonferenz.


Während in gesamt Baden-Württemberg und auch im Regierungsbezirk Freiburg geringfügig mehr Straftaten registriert wurden, wurden sowohl im Stadtkreis Freiburg als auch im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald deutlich weniger Straftaten registriert als im Vorjahr (Freiburg: -8,7%, Breisgau-Hochschwarzwald -4,8%).

2007 wurden in Freiburg insgesamt 24.444 Straftaten gezählt, das sind 2.433 Straftaten weniger als 2006. Aufgeklärt wird in Freiburg mehr als jedes zweite Verbrechen, die Aufklärungsquote liegt bei 53,3%.



Den größten Teil der Straftaten in Freiburg, 44,16%, machen die Diebstahlsdelikte aus, gefolgt von den Vermögens- und Fälschungsdelikten (17,67 %), sonstigen Straftaten (Beleidigung, Hausfriedensbruch, Sachbeschädigung, 18,32%) und den Roheitsdelikten (Raub und Körperverletzungen, 12,33%).

Rückläufig waren im Jahr 2007:

  • Diebstähle (-10,8%);
  • Vermögens- und Fälschungsdelikte (-14,6%); und
  • Sonstige Straftaten (-9,6%)
Zugenommen haben:
  • Raub (+10%), und
  • Körperverletzungen (+2,8%)

Im Bermuda-Dreieck in der Altstadt ist die Zahl der Straftaten 2007 um 6,1% gesunken, hier wurden 703 Straftaten gezählt.

"Wir führen den Rückgang auf die Fülle der Maßnahmen zurück, die Stadt, Gastronomie und Polizei hier im vergangenen Jahr durchgeführt haben und weiter durchführen, wie die Hausverbots-Initiative und die Betretungsverbote", erklärte Amann. "Die sinkende Fallzahl zeigt, dass es uns möglich ist, bei entsprechendem Personaleinsatz die Straftaten zu reduzieren."

Rund die Hälfte aller Tatverdächtigen im Bermuda-Dreieck war alkoholisiert. "Damit meinen wir nicht ein bisschen betrunken, sondern 1,8 Promille und mehr", so Amann. Ob sich in den ersten Monaten diesen Jahres bereits Erfolge des am ersten Januar eingeführten zeitlich und räumliche begrenzten Alkoholverbots in der Innenstadt gezeigt haben, wollte Amann jedoch nicht sagen. "Da müssen sie sich noch gedulden, alle Zahlen, die ich Ihnen jetzt nenne, könnte man nach so kurzer Zeit noch nicht mal als Tendenz ansehen."



Freiburgs Häufigkeitszahl, die Zahl der Straftaten pro 100.000 Einwohner, ist im Vergleich zu 2006 um 9,4% gesunken und liegt bei 11,696.

Doch auch mit dieser gesunkenen Häufigkeitszahl liegt Freiburg vor Mannheim (10,830), Karlsruhe (9,449) und Ulm (8,181) in der Landesstatistik weiterhin ganz vorne: Freiburg – Baden-Württembergs kriminellste Stadt.

"Uns fehlen die Erklärungsursachen", so Amann. Eine im vergangenen Dezember veröffentlichte Analyse des Max-Planck-Instituts für ausländisches und internationales Stafrecht in Freiburg erklärt die hohe Zahl von Straftaten in Freiburg mit der Funktion der Stadt als "modernes Dienstleistungszentrum".

Ein weiterer Erklärungsansatz sei auch die Arbeitsbelastung der Freiburger Polizeibeamten. Diese sei in Freiburg um rund 1/3 höher als in vergleichbaren Direktionen; im vergangenen Jahr hätten die mehr als 1000 Beamten der Polizeidirektion Freiburg zudem rund 45.000 Überstunden geleistet. Rund 200 zusätzliche Polizisten seien in Freiburg laut Amann notwendig, damit Präsenz gezeigt und Prävention betrieben werden könnte. "Die Zahlen aus der Altstadt zeigen ja, dass wir mit großem Einsatz und starker Präsenz die Kriminalität verringern können. Die Frage ist nur, ob wir das langfristig durchhalten können."

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