Kreischalarm bei Sunrise Avenue im Jazzhaus

Hannah Allgaier

Dieser Gig ist in wenigen Tagen ausverkauft gewesen: Die jungen Damen aus dem Breisgau stehen auf die süßen Jungs von Sunrise Avenue. Gestern spielte die Band im Jazzhaus und manch ein Mädchen im Publikum hätte gegen einen anschließenden Saunabesuch mit der Band wohl wenig einzuwenden gehabt.



Die finnische Band Sunrise Avenue, 2002 in Helsinki gegründet, ist ein gebranntes Kind. Über hundert Mal wurde sie bei den örtlichen Plattenproduzenten abgelehnt.


Jukku Backlund gefiel die Musik des Quartetts. Mit ihm am Keyboard nahmen die Band ihr erstes Album auf. Das Geld dafür bekam sie von einem Fan, der dafür, so heißt es in der Legende, extra sein Haus verkaufte.

Mittlerweile sind Sunrise Avenue bei deutschen Radiosendern im SWR3-Format häufig zu hören. Das gestrige Konzert im Jazzhaus war in nur wenigen Tagen ausverkauft.



Die ersten Reihen sind ausnahmslos mit weiblichen Teenagern gefüllt. Hier und da sieht man auch eine besorgte Mutter. Pünktlich um 20 Uhr: Kreischalarm! Die Finnen kommen.



Es folgen 90 erfreuliche Minuten mit Hits wie „Welcome to my life“, „Forever Yours“ und „Fairytale gone bad“. Gänsehaut pur: Die Stimme von Sänger Samu Haber. Egal, ob Ballade oder Rocksong, er meistert alles mit Bravour. Sunrise Avenue sind live noch besser als auf Platte. Das Publikum ist restlos begeistert.

Die Band bestreitet den gesamten Gig ausschließlich mit Akustikgitarren. Der symphatische Samu versuchte immer wieder, Deutsch zu sprechen: "Heute gab es elsässischen Flammkuchen. Lecker, lecker!"



Sunrise Avenue legt keinen Wert auf eine große Bühnenshow. Die fünf Jungs sitzen die meiste Zeit auf ihren Barhockern und am Schlagzeug. Aber Rumhampelei haben sie bei dieser überzeugenden Musik auch gar nicht nötig. Klasse!