Konflikt zwischen feiernden Türken: Messerwurf

David Weigend

Etwa 450 türkische Fußballfans haben heute Nacht den Einzug ihrer Mannschaft ins EM-Viertelfinale gefeiert. Die Fangruppe zog zum Freiburger Hauptbahnhof. Dort provozierte ein türkischer Fan Besitzer und Gäste eines Dönerstands. Einer der Beleidigten warf dem Provokateur daraufhin ein Messer in den Rücken.

Der Konflikt entbrannte gegen 23:30 Uhr. Eine große Gruppe türkischer Fans zog zum Hauptbahnhof und skandierten "Türkei!" sowie "Wir lieben unser Land!" Ein 26-Jähriger aus der Gruppe, polizeibekannt, begann am Bahnhof damit, türkische Gäste sowie den Inhaber eines Dönerstands zu beleidigen und zu provozieren. Daraufhin zog einer der Beleidigten, 27 Jahre alt, ein Messer und warf es dem Landsmann in den Rücken. Der Verletzte wurde ins Krankenhaus gebracht, schwebt aber nicht in Lebensgefahr. Der Messerwerfer wurde nur leicht verletzt.


Der Grund für die Provokation ist noch unklar. Es ist zu vermuten, dass es um einen ethnischen Konflikt ging.

Als sehr unglücklich beschreibt Polizeisprecher Ulrich Brecht die Tatsache, dass ein 33-jähriger Türke, der schlichtend eingreifen und helfen wollte, von einem Polizeihund in den Arm gebissen wurde. Der Mann wurde leicht verletzt.

Der Großteil der türkischen Fans feierte ausgelassen und friedlich in der Innenstadt. Es bildeten sich Autokorsos. Hierbei kam es zu leichten Behinderungen des Verkehrs, wildes Gehupe ertönte bis tief in die Nacht. "Wir zeigen da ein Stück weit Toleranz", so Brecht. Solange keine lärmbedingten Beschwerden von Anwohnern vorlägen und keine Straftaten begangen würden, lasse die Polizei Nachsicht walten. "Wir versuchen die vorderen Fahrzeuglenker des Korsos anzusprechen und bitten sie, sich vernünftig zu verhalten."

Die Kriminalpolizei Freiburg hat zur Klärung des Sachverhalts am Hauptbahnhof die Ermittlungen aufgenommen und bittet Zeugen sich unter Tel.-Nr.: 0761-882-4884 oder 0761-41262 (sog. anonymes Telefon) zu melden.