Komplett synchron: Glasperlenspiel beim Freiburg-Marathon 2014

Alexandra Riffel

42 Bands begleiteten gestern in ganz Freiburg den Marathon - unter anderem die Band Glasperlenspiel. fudder-Autorin Alexandra Riffel stand im Zielbereich an der Messe und hörte dem Elektropop-Duo zu. Wie's war:



Auf der einen Seite Glasperlenspiel, auf der anderen Seite die Zuschauer, dazwischen ein tiefer Graben, der nicht nur die Marathonläufer ins Ziel lotst, sondern auch die Stimmung dämpft - und das, obwohl die Sonne vom Himmel runterknallt und das Wetter fantastisch ist. Vielleicht ist es aber auch nicht der räumliche Abstand zwischen Band und Zuschauer, sondern letztere sind erschöpft - immerhin sind an der gesamten Strecke des Marathons 42 Bands verteilt und man ist musikalisch übersättigt.


Und das obwohl Glasperlenspiel mit einer tollen Bühnenshow überzeugt: Die beiden sind perfekt aufeinander eingespielt. Während sich Bass, Schlagzeug und E-Gitarre im Hintergrund halten, singt Sängerin Carolin Niemczyk mit voller Stimme und guter Laune und gibt ihr bestes, um die immer mal wieder aufkommende Stimmung aufrecht zu erhalten. Und Daniel Gruneberg remixt und ist für den elektrischen Klang zuständig - toll zu hören auch an der Zugabe, wo die Stimmung zum ersten Mal auch ausgelassen, zum Teil auch ein bisschen wehmütig wird. Arme werden geschwenkt und es gibt zum Schluss großen Applaus.

Caro singt nicht nur, ab und zu spielt sie auch auf den Drums und am elektrischen Xylophon, genauso wie Daniel, der auch nur bei manchen Stücken mitsingt. Trotzdem sind die Rollen klar verteilt; zugleich merkt man aber auch, dass ein(e) Band sie verbindet: Ihre Bewegungen sind, wenn sie mit ihren neongelben Stöcken drummen, komplett synchron.

Obwohl die Bühne klein ist, wird sie komplett ausgenutzt; auch die LED- und Strobe-Effekte sind fantastisch und lenken die Aufmerksamkeit automatisch auf die Bühne. Das Duo spielt nicht nur bekannte ältere Lieder, sondern auch von ihrer neuen Single „Grenzenlos“, ein ähnlicher Mitgrölsong wie „Echt“. Auf dieses Album kann man sich schon freuen; ihr Stil ist noch elektrischer geworden, aber es passt gut, vor allem zu Caros eindringlicher Stimme.

Das Ziel des Duos ist es, später allein auf der Bühne zu stehen und den Hintergrund irgendwann komplett selbst zu remixen; aber schon jetzt ist die Show von Daniel sehr überzeugend. Leider ist der Auftritt ist sehr kurz, aber mehr kann man von einer inzwischen so berühmten Band wohl nicht erwarten - vor allem, wenn das Konzert gratis ist.

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[Foto 1: Patrick Seeger; Foto 2: Promo]