Kommentar: Die Passage 46 war weit weg vom eigenen Anspruch

Bernhard Amelung

Großspurige Töne am Anfang, grandioses Scheitern am Ende. Fudder-Redakteur Bernhard Amelung findet: Das Scheitern der Passage lag im System. Außerdem sieht er jetzt die Stadt in der Pflicht.



Gerade mal ein Jahr – so lange hatte das gemeinsame Kunst-Bar-Clubprojekt von Theaterintendantin Barbara Mundel und Galerist Henrik Springmann geöffnet. Selbst in der schnelllebigen Clubwelt ist das eine kurze Zeit. Das bei Eröffnung im September 2014 erklärte Ziel, einen Ort zu schaffen, der die Popkultur in Freiburg voranbringen sollte, ist deutlich verfehlt worden. 


Drei Gesellschaften fast identischen Namens haben sich Galerist Henrik Springmann und sein Gastronom Wulf Piazolo für den Betrieb ausgedacht. Letzterer ist nun unter der Konstruktion zusammengebrochen. Das sieht auch für Springmann schlecht aus, der mit großen Ambitionen angetreten ist und nach wie vor das Sagen hat. Dass die Passage 46 gut angenommen und geschätzt wurde, lag vor allem an Barchef Boris Gröner und seinem Team. Die sind nun weg und werden wohl auch nicht wieder kommen.

Die Bruchlandung geht spätestens jetzt auch die Kommunalpolitik an, denn Verpächter ist schließlich das Stadttheater, und das Projekt hat einen kulturpolitischen Anspruch, für den die Stadt auch Geld locker gemacht hat. Bevor Springmann die alten Ziele mit einem neuen Bar- und Clubbetreiber zu erreichen versucht, sollten Verwaltung und Gemeinderat analysieren, was genau schief gelaufen ist.

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[Foto: Daniel Laufer]