Kommando Rhino: Im Vauban brennen die Barrikaden und ein Bagger

Der Konflikt um die Wagenburg des Kommandos Rhino eskaliert: Auf der Merzhauser Straße brennen zur Stunde Barrikaden und ein Bagger. Die Besetzer des Geländes am Ortseingang der Vauban rechnen in der nächsten Stunde mit der Räumung.



Gegen 1:15 Uhr sind am Mittwoch an der Merzhauser Straße/ Ecke Wiesentalstraße Barrikaden in Flammen aufgegangen. Auch an anderen Stelle rund um die Wagenburg des Kommando Rhino auf dem M1-Gelände lodern verschiedene Feuern. Offenbar sind Brandbeschleuniger eingesetzt worden. Selbst der Asphalt brennt an einigen Stellen.

Die Autonomen haben offenbar an mehreren Stellen Stahlseile über die Straße gespannt. Eine Fahrradfahrerin ist gestürzt, wird gemeldet. Der Fahrer eines Porsche soll – so die ersten Berichte – auf der Wiesentalstraße zusammen geschlagen worden sein. Es soll sich bei den Angreifern um etwa 15 dunkel gekleidete Personen handeln. Der Mann soll eine fünf Zentimeter lange Platzwunde davon getragen haben, berichtet ein Passant.

Polizeisprecher Karl-Heinz Schmid findet in einer ersten Stellungnahme klare Worte: "Hier sind Kriminelle am Werk, die vor Gewalt gegen Menschen und Sachen nicht zurückschrecken".

Rhino-Kollektiv distanziert sich von Gewaltaktionen

Bei den BZ-Kollegen vor Ort hat sich ein Vertreter des Rhino-Wagenkollektivs gemeldet und sich ausdrücklich von der Aktion mit den brennenden Barrikaden distanziert. Das Kollektiv wisse nicht, wer dafür verantwortlich sei. Passiver Widerstand ja, Gewalt nein – das sei weiter die Linie des Kommando Rhino.

Zwischenstand, 3.55 Uhr: Die Polizei hat den Bereich abgesperrt. Autos werden nicht mehr durchgelassen. Im Verkehrsfunk der Radiosender werden die Autofahrer auf die Situation hingewiesen. Radfahrer werden angesprochen und auf die möglichen Gefährdung hingewiesen. Sie können aber passieren.

Polizeisprecher Schmid berichtet von fünf Barrikaden, die derzeit brennen sollen. Der Geruch des Feuers zieht langsam Richtung Bahnhof.

Um 3:54 haben die Besetzer über eine von ihnen organisierte Telefonnummer die "Räumungs-Alarm"-SMS verschickt. Der Text: "In Freiburg sammelt sich eine große masse an Polizei. Sie werden sich nun in der Stadt formieren. ab 4:30 wird mit der Räumung gerechnet."

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  [Foto: Alexandra Silgitt; Beitrag in Bezug auf die Molotowcocktails korrigiert]

Anmerkung der Redaktion: Im Zuge der Räumung der Wagenburg haben wir am Mittwoch (3. August) berichtet, dass Linksautonome in der Merzhauser Straße Molotowcocktails auf einen Polizeiwagen geworfen haben. Diese Darstellung hat die Polizei am Mittwoch der Badischen Zeitung mehrfach bestätigt. Am heutigen Donnerstag hat die Polizei ihre Darstellung zurückgezogen. Wir haben unsere Berichterstattung in diesem Punkt korrigiert.

Foto-Galerie: Dominic Rock

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