Internationaler Club

Koch-Contest zwischen Arabien und Afrika in der Mensa

Johannes Tran

Kamerun, Tschad und Senegal gegen Irak, Syrien, Palästina und Tunesien - und an den Herdplatten herrschte Hektik. In der Mensa wetteiferten Studierende aus arabischen und afrikanischen Ländern am Donnerstag um die Gunst einer Geschmacks-Jury.

Dort, wo sich sonst die Massen hungriger Studierender aneinander drängen, bot sich am Donnerstagabend ein ungewohntes Bild: Zwei meterlange Küchenzeilen füllten den Eingangsbereich der Mensa an der Rempartstraße, dahinter wuselten acht junge Köchinnen und Köche betriebsam umher. Links vier Damen aus Kamerun, Tschad und Senegal, rechts drei Herren und eine Frau aus Irak, Syrien, Palästina und Tunesien.

Der Internationale Club des Studierendenwerks, in dem sich Freiburger Studierende aus der ganzen Welt organisieren, hatte in jahrelanger Tradition zu einem Kochduell der Kulturen gerufen. Heute trat zum ersten Mal ein afrikanisches Team gegen ein arabisches Team an – eine Konstellation, die im Laufe des Abends für reichlich Spannung sorgen sollte. Die Regel sind dabei stets dieselben: Beide Teams müssen aus den gleichen, ihnen unbekannten Zutaten innerhalb einer Stunde ein Drei-Gänge-Menü kreieren, das der kritischen Bewertung einer fünfköpfigen Publikumsjury standhalten muss.


Würziger Duft erfüllt den Raum

Andreas Vögele, Leiter des Internationalen Clubs, zeigte sich erwartungsfreudig: "Es ist spannend zu beobachten, was die Teilnehmer aus den relativ einfachen Zutaten zaubern." Und auch dieses Mal dauerte es keine halbe Stunde, bis ein herrlich würziger Duft den Raum erfüllte und die Geschmacksknospen der Dutzenden Gäste umspielte. Doch während die Zuschauer sich entspannt zurücklehnen konnten, stieg die Hektik hinter den Herdplatten von Minute zu Minute an. "Das ist sehr viel Nervenkitzel", gab Teukam Charlene aus dem afrikanischen Team zu.

Schnell wurde offensichtlich, dass nur eine gute Mannschaftsleistung zum Erfolg führen würde. Angepeitscht durch das Publikum und zwei fidele Moderatorinnen wurde hier der Mixer geschwenkt, dort das Gemüse in Sekundenschnelle kleingehackt und an anderer Stelle die Speise ansehnlich hergerichtet. Aber natürlich geht es beim Kochduell mehr als nur ums Essen: "Wir schaffen einen Raum fürs Miteinander", sagte Andreas Vögele. "Hier begegnen sich Menschen unterschiedlicher Kulturen – auch im Publikum."

Nachdem die letzten hektischen Sekunden abgelaufen waren, nahte schließlich der Moment der Wahrheit. Beide Teams präsentierten ihre kunstvoll angerichteten Speisen: Das arabische Team wollte die Jury mit einem traditionellen irakischen Salat als Vorspeise überzeugen, dessen Name sich nicht ins Deutsche übersetzen lasse, so der Koch Ali Alabada. Als Hauptspeise bot sein Team ein deftiges Gericht aus Reis und Hühnchen dar, garniert mit Rosinen, Mais und gehackten Karottenstückchen. Ein farbenfroher Obstsalat bildete die Nachspeise.

Das afrikanische Lager wartete mit einem bunten Salat als Vorspeise auf, im Hauptgang folgten gebratene Kartoffeln mit Hühnchen, eingebettet in Tomatensoße. Komplettiert wurde das Menü von einem Crêpe mit Obst und Joghurt.

Die Jury stand also wahrlich vor einer schweren Entscheidung, hatte sie doch zahlreiche Bewertungskriterien zu berücksichtigen: das Aussehen der Speisen, den Geschmack und nicht zuletzt die Kreativität bei den verwendeten Zutaten. Nach langer Beratungszeit kürte sie endlich das afrikanische Team mit 39 zu 32 Punkten zum Sieger des Abends. Doch die Trauer im arabischen Team hielt sich in Grenzen: "Es war spaßig", sagte Nihed Mannai. Allerdings hätte die Tunesierin lieber noch mehr Speisen für ihre Gäste gekocht. "Das ist bei uns so üblich".