KO-Tropfen in Freiburg: 5 Antworten von der Polizei

Fabienne Hurst

KO-Tropfen, Liquid Ecstasy, GBL, GHB... viele Bezeichnungen für ein Mittel, das größte Probleme bereiten kann, wenn man es ins Getränk geschüttet bekommt. Jetzt gibt die Polizei Freiburg zusammen mit dem Verein Frauenhorizonte einen Flyer heraus, der vor KO-Tropfen warnt. Meinrad Drumm, Sachgebietsleiter für Prävention der Polizeidirektion Freiburg, beantwortet fünf Fragen zu der gefährlichen Partydroge.



Warum warnt die Polizei gerade jetzt vor KO-Tropfen?

Die Fasnachtsvereine sind auf uns zugekommen, da sie von dem Problem des KO-Tropfen-Missbrauchs gehört haben. Gerade in der Zeit der vielen Fasnachtsveranstaltungen ist es sinnvoll, davor zu warnen. Dabei ist es nicht so, dass es im letzten jahr gehäuft Fälle von KO-Tropfen-Missbrauch gegeben hat. Die Zünfte wollen sich und ihre Gäste einfach schützen.

Wie verbreitet ist KO-Tropfen-Missbrauch in Freiburg?

Das ist eine gute Frage. Wir und unsere Partnerinnen vom Verein "Frauenhorizonte" vermuten eine hohe Dunkelziffer. Zum einen weil viele Betroffene nicht zur Polizei gehen, zum anderen weil das Mittel sehr schnell nach der Einnahme nicht mehr nachweisbar ist. Ich spreche da nicht nur über die Missbrauchsfälle, sondern vielmehr generell von den Konsumenten. Viele nehmen GHB als Partydroge, daher auch der Name Liquid Ecstasy, obwohl es mit der Pille rein chemisch nichts zu tun hat.

Wie viele Fälle von Missbrauch gibt es jährlich?

Eine wirklich repräsentative Statistik ist geradezu unmöglich. Polizeilich gemeldete Missbrauchsfälle gibt es relativ wenige, vielleicht fünf im Jahr. Wie gesagt ist die Dunkelziffer sehr groß.

Wer ist davon besonders betroffen?

In der Regel sind Frauen die Opfer. Viel häufiger ist allerdings der freiwillige Konsum. In gewissen Kreisen nehmen Leute das mehrmals am Tag. GHB macht in hohem Maße süchtig.

Wie kann man sich schützen?

Zusammen mit Frauenhorizonte haben wir die zentralen Aussagen auf dem Flyer zusammengefasst: Lasse niemals Dein Glas unbeaufsichtigt! Am besten geschlossene Flaschengetränke bestellen und das Öffnen kontrollieren! Keine Drinks von Fremden annehmen!

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  [Bild: Polizei Freiburg]