Kleinststadtgeheimtipps: Sankt Peter

Justus Schulte

Die meisten, die St. Peter überhaupt kennen, denken an die bekannte Kirche und das alte Kloster. Doch der Höhenluftkurort hat noch einiges mehr zu bieten: Feinste Panoramaspots zum Chillen, einen eigenen Jugendclub und das Patrozinium. Am besten gleich die Wanderschuhe schnüren und von Freiburg aus über Rosskopf und Streckereck hinlaufen.



Gibt’s seit: 1093, gegründet vom Zähringer Herzog Bertold II. als Benediktinerkloster

Einwohnerzahl: 2.537

Entstehung des Ortsnamens: durch St. Peters Schutzpatrone Petrus und Paulus

Städtepartnerschaften: die Pfarrei von St. Peter hat eine Partnerschaft mit der Pfarrei San Pedro de Andahuaylas in den Anden Perus

Das sagt die Jugend: „Als kleines Kind in St. Peter zu leben war schön. Jetzt wird das manchmal ein wenig lästig. Leider gibt es fast gar keine Möglichkeiten zum Weggehen. Besonders samstagabends. Da geht man eher nach Kirchzarten oder Freiburg. Auch ist es dumm, dass man fast eine ganze Stunde braucht, um mit Bus und Zug nach Freiburg zu fahren. Und, mal ehrlich: ein Burger King in St. Peter würde voll den Umsatz machen."
(Fabrice, 16 Jahre)



Hier trifft sich die Jugend: Kinder können zum Beispiel ins Kinderturnen gehen oder Schwimmen lernen im örtlichen Hallenbad. Am Freitagabend ab 20 Uhr können sich Jugendliche im Raum des Jugendclubs St. Peter treffen. Oft finden dort auch größere Partys statt, bei denen sich Jugendliche aus der ganzen Region treffen. Es werden eigentlich alle Musikrichtungen gespielt, zu denen man gut Party machen kann. Der Jugendraum ist unter dem Pfarrheim am Schulweg.

Pflichttermin: das alljährliche Patrozinium, ein Fest zu Ehren der Apostel Petrus und Paulus. Das Fest hat Tradition: schon seit 900 Jahren wird es immer am letzen Sonntag im Juni gefeiert. Heuer ist das am 28. Juni. Viele Vereine, zum Beispiel der Turnverein St. Peter, sind dort mit Ständen vertreten. Der beste Stand ist der des Kindergartens, dort gibt’s leckere Waffeln.

Gastrotipps: Es gibt in St. Peter 13 Cafés und Wirtschaften. Besonders hervorzuheben ist die Pizzeria Bertoldsbrunnen (Bertoldsplatz 1a, Telefon 07660 224). Bestellungstipp: Nr. 70, Pizza Aglio Olio Peperoncino, eine scharfe Peperonipizza.
Das erste Haus am Platze ist der Gasthof Sonne.

Panorama: Am höchsten Punkt von St. Peter reicht die Aussicht bei gutem Wetter bis ins Elsass. Dieser Punkt heißt Hochgericht (siehe Relaxtipps).



Sehenswürdigkeiten: Die bekannteste Sehenswürdigkeit ist der Klosterkomplex mit der dazugehörenden Kirche. Es lohnt sich aber auch, die alte Rokokobibliothek im Kloster zu besichtigen. Eintritt: 6 € mit Führung am Dienstag um 11 Uhr, am Donnerstag um 14.30 Uhr und am Sonntag um 11.30 Uhr.

Schönster Straßenname: Neuwelt

Relaxtipps: Zwei Orte eignen sich vor allem im Sommer hervorragend zum Ausspannen. Zum Ersten das Hochgericht. Der Weg ist ab der Dorfmitte am Anfang der Zähringerstraße ausgeschildert. Zum Zweiten die Lindlehöhe. Man erreicht sie über die Straße gegenüber des Campingplatzes. Dort lässt sich besonders gut der Sonnenauf- und untergang betrachten. Auch gibt es schöne Wanderwege, wie zum Beispiel eine Wanderung zu den Zweribachfällen.



Relaxtipp des Bürgermeisters: „Einer meiner Lieblingsplätze ist die Lindlehöhe. Dort hat man einen schönen Ausblick, den man in Ruhe genießen kann.“ (Rudolf Schuler, quasi CDU)

Das wird in St.Peter gern gegessen: „Nussecken“, sagt man mir in der Bäckerei Knöpfle sofort, würden hier am liebsten gegessen.

Das hört der Bürgermeister: „Ich höre gerne die typische Unterhaltungsmusik, also Pop.“

Das lahmste Projekt: ist der nun schon seit zwei Jahren geplante Bau eines Beachvolleyballplatzes vor der Turnhalle. Fertigstellung nicht in Sicht.

Unsinnigstes Projekt: der Bau eines Heimatmuseums. Er wurde bis heute nicht durchgesetzt.



Konkurrenzdenken: Früher sagte man: das beste an St. Märgen ist die Straße nach Sankt Peter. Aber nur scherzhaft.

Weggehen: Um Coverbands wie Wilde Engel oder Matzepan zu erleben, muss man schon nach St. Märgen. Das geht zwar mit dem Fahrrad, aber man muss die Steigung auf dem Hinweg in Kauf nehmen.

Häufige Nachnamen: Weber und Kürner

Örtlicher Schriftsteller: Der Dorffotograf Leopold Rombach hat mal vor zwei Jahren für einen Essay von der Badischen Landesregierung den ersten Platz bekommen. Thema: "Werden die Menschen von der Literatur beeinflusst?"



Kicker: Die erste Mannschaft des SV St. Peter ist im Jahr 2003 in die Kreisliga A aufgestiegen. Momentan belegt sie dort leider den letzten Tabellenplatz.



Beste Kapelle: Dachkirnerpfiefer Guggemusik

Foto Galerie: Justus Böning

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