Kinderpornos in Second Life?

Christoph Müller-Stoffels

In Second Life dreht sich viel um Sex. Schon vor einigen Wochen wiesen Juristen darauf hin, dass auch virtuelle Praktiken illegal sein können und strafrechtlich verfolgt werden. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft Halle wegen Kinderpornographie gegen Unbekannt. Ausgangspunkt der Ermittlungen waren Recherchen der ARD-Sendung "Report Mainz".

Nick Schader und Thomas Dauser, Reporter des Südwestrundfunks, waren Berichten von SZ-Online zufolge bei ihren Recherchen für einen Beitrag der ARD-Sendung "Report Mainz" auf massive Fälle von virtueller und realer Kinderpornographie gestoßen. Nicht nur sollen erwachsene Avatare mit Kinderavataren sexuelle Praktiken vollzogen haben. Wie die Journalisten berichten, soll es über bestimmte Second-Life-Nutzergruppen auch Kontakt zu realen Händlern von kinderpornographischen Bildern gekommen sein. Die Angebote kommen laut FR-Online aus Deutschland.


Mit dem in Teilen gestern gesendeten Material wurden sie bei Oberstaatsanwalt Peter Vogt in Halle vorstellig. Vogt, Leiter der Zentralstelle gegen Kinderpornographie, war bereits im September 2006 leitender Ermittler eines Falles, der Operation "Mikado", bei dem es um Kinderpornographie im Internet ging. Der Straftatbestand wird nach seinen Angaben mit Freiheitsstrafen von drei Monaten bis zu fünf Jahren geahndet.

Robin Harper, die Vizepräsidentin der Betreiberfirma Linden Lab, kündigte gegenüber Spiegel Onlinean: "Wir werden herausfinden, wer dahintersteckt und dann die Polizei informieren."