Darmbakterium

Keine neu infizierten Frühchen in der Freiburger Uniklinik

Frank Zimmermann

Bei dem Darmbakterium, mit dem sich vergangene Woche Frühchen in der Neugeborenen-Intensivstation der Freiburger Uniklinik infiziert hatten, handelt es sich um keine besonders gefährliche Variante.

Den Frühchen, die sich in der vergangenen Woche auf der Neugeborenen-Intensivstation der Universitätsklinik mit dem Darmbakterium "Klebsiella pneumoniae" infiziert hatten oder damit besiedelt wurden, geht es gut. Neuinfektionen gab es in dieser Woche keine mehr, wie Uniklinik-Professor Hajo Grundmann, Leiter des Instituts für Infektionsprävention und Krankenhaushygiene, am Freitagnachmittag bestätigte. Ein Frühchen hatte sich mit dem Keim infiziert, bei zwei weiteren bestand der Verdacht. Sie wurden mit Antibiotika behandelt. Bei acht Babys war eine Besiedelung festgestellt worden. Das heißt: Bei ihnen wurde das Bakterium festgestellt, ohne dass es den Organismus befallen hat. Von 17 weiteren Frühchen, die die Intensivstation bei der Entdeckung des Erregers bereits verlassen hatten, wurde in dieser Woche noch bei dreien eine Besiedelung festgestellt. Die anderen 14 werden weiterhin in der Kinderklinik überwacht. Dass es bei ihnen noch weitere Besiedelungen gibt, ist nicht auszuschließen.


Weiterhin unklar ist, wie der Erreger auf die Intensivstation für Neugeborene gelangte. Man werde sich nochmals mit dem Pflege- und Reinigungspersonal zusammensetzen und alles durchgehen, sagte Grundmann.

Um sicherzugehen, dass es sich bei der Klebsiella-Variante nicht um eine besonders gefährliche, krankmachende Form handelt, wurde der Erreger sequenziert, also genetisch zerlegt. Anschließend untersuchten Experten des Sanger Institutes im englischen Cambridge die Sequenzen – und gaben Entwarnung. Auf der zur Sicherheit eingerichteten zweiten Intensivstation befanden sich am Freitag vier Frühchen.