Einsatz

Kappler Tunnel in Freiburg nach Sperrung wegen Brands wieder frei

Simone Höhl & BZ-Redaktion

Die Rauchmeldeanlage im Kappler Tunnel in Freiburg hat angeschlagen. Ein Auto war in Brand geraten. Der Tunnel musste in beide Richtungen gesperrt werden – und ist jetzt wieder frei.

Am Mittwoch gegen 8.50 Uhr wurde die Polizei von der Integrierten Leitstelle über Rauch im Kappler Tunnel informiert. Nach ersten Erkenntnissen der Feuerwehr brannte ein Fahrzeug in der Nordröhre. "Sieht nach Pkw aus", sagte Jérôme Krämer in der ILS von Feuerwehr und Rettungsdienst.


Die Einsatzzentrale hat über Kameras Einblick in den Tunnel. Die Kollegen waren gerade an der Einsatzstelle eingetroffen. Bei einem Brand im B-31-Tunnel wird in der Leitstelle Großalarm ausgelöst, es greift ein spezielles Einsatzkonzept – und sicherheitshalber die komplette Tunnelanlage für den Verkehr gesperrt.



Alle raus – niemand verletzt

Tatsächlich hat es im Motorraum eines Autos gebrannt. "Das Feuer ist aus", sagte Krämer kurz darauf. Niemand wurde verletzt. Etwa 20 Menschen verließen ihre Autos und gingen zu Fuß aus dem Tunnel – alle unverletzt, melden die Einsatzkräfte. Alle Notausgänge waren geöffnet worden – wer noch im Tunnel war, konnte ihn so verlassen, erklärte Laura Riske von der Polizei.

75 Feuerwehrleute aus Freiburg und Kirchzarten waren im Einsatz, schätzte Jérôme Krämer. Dazu 73 Männer und Frauen von Rettungsdienst und Sanitätsdienst sowie weitere Kräfte der Polizei. Bei Brandalarm im Tunnel muss mit dem Schlimmsten gerechnet werden. Der Tunnel blieb zunächst gesperrt.

Lange Rückstaus vor den Röhren

Der Rauch musste aus den Röhren geblasen und der Tunnel auf Schäden geprüft werden. Der Notfallmanager des städtischen Tiefbauamts war vor Ort. "Die Feuerwehr muss noch abräumen", erklärte Heinz Haag gegen 10 Uhr. Die Autofahrer, die aus dem Tunnel geflüchtet waren, mussten ihre Wagen rausfahren, ein Abschlepper das Brandwrack bergen.

Um 10.40 Uhr können die Fahrzeuge wieder durch die Südröhre rollen, neun Minuten später auch durch die Nordröhre, sagt Polizeisprecherin Laura Riske: "Alles wieder frei."

Der Verkehr auf der B31 hatte sich in beiden Richtungen zurückgestaut. Auf dem Zubringer Mitte Richtung Autobahn standen die Autos zeitweise bis an die Westrandstraße. Im Osten Richtung Kirchzarten gab es zwei Kilometer Stau, sagte Laura Riske von der Polizei. Die Polizei versuchte den Verkehr in der Stadt zu lenken. Eine offizielle Umleitung wurde noch nicht eingerichtet.

Rauch zog in die andere Röhre

Der Rauch des brennenden Autos konnte sich verteilen. "Wir haben Glück gehabt", meinte Krämer. Das Auto stand in der Galerie am Ausgang des Kappler Tunnels, die auf einer Seite offen ist. Allerdings lag der nicht sehr warme Rauch am Boden und konnte auch in die Südröhre ziehen, weil es an der Stelle keine Trennung zwischen den Tunnelröhren gibt. Das erschwerte den Einsatzkräften die Arbeit.

Bei Brandmeldealarm im Tunnel werden immer beide Röhren automatisch gesperrt, erklärt Notfallmanager Heinz Haag: Die Ampeln springen auf Rot, die Schranken senken sich. In der betroffenen Röhre gefährden Rauch und Feuer Menschenleben. Die nichtbetroffene Röhre wird als Fluchtweg und als "Angriffsröhre" benötigt: Die Feuerwehr fährt durch sie an und geht durch eine Zwischentür zum Brandherd.

Unbeteiligte haben alles richtig gemacht

Am Mittwoch haben Autofahrer ihre Wagen im Tunnel verlassen. "Das ist nicht immer so – aber sollte so sein", meint Haag. Dazu fordert beim Alarm eine automatische Durchsage in drei Sprachen auf. Die Autofahrer haben am Mittwoch auch ihre Zündschlüssel stecken lassen und zusätzlichen Alarm ausgelöst. "Alles wie man’s gern hätte", lobt Haag und meint: "Gott sei Dank ist’s so glimpflich abgegangen."

Alle vier Jahre findet im B-31-Tunnel eine Großübung statt, zuletzt im November 2014.
Was tun, wenn’s brennt?

Ein Brand im Tunnel ist besonders gefährlich, weil Hitze und Rauch schlecht abziehen. Die Feuerwehr rät: Raus aus dem Auto (Schlüssel stecken lassen, es könnte im Rettungsweg stehen), zum Notausgang. Im Rauslaufen den Alarmknopf drücken und über Handy einen Notruf absetzen (112), der kann schneller als die automatische Alarmanlage sein. Draußen warten, die Retter kontrollieren, ob sie nach Autoinsassen suchen müssen.

Mehr zum Thema: