Juckts im Schritt? Neues Projekt der AIDS-Hilfe will Männer gesünder machen

Carolin Buchheim

"Juckts?" Diese Frage stellen seit ein paar Wochen Plakate in der Stadt, auf denen die heruntergelassene Hose eines auf dem Klo sitzenden Mannes zu sehen sind. Sie machen Werbung für ein neues Gesundheitsprojekt der AIDS-Hilfe Freiburg: Mit Be Man sollen Männer jeder sexuellen Orientierung sensibilisiert werden, sich um ihre Gesundheit zu kümmern - und zwar nicht nur um die im Schritt.

"Männer sind von Natur aus ein bisschen träge und arztfaul", sagt Stefan Zimmermann von der AIDS-Hilfe Freiburg. Er betreut das neue Projekt Be Man, das Männer rund um das Thema Männergesundheit aufklären möchte. "Und zwar nicht nur in Bezug auf Risiken, sondern auch in Bezug auf Vorsorge", sagt Zimmermann.


Obwohl die AIDS-Hilfe sonst vor allem im Bereich der Prävention von HIV-Infektionen und sexuell übertragbarer Krankheiten aktiv, ist bei Be Man nicht nur die sexuelle, und überhaupt die körperliche, sondern auch die psychische Gesundheit des Mannes das Ziel. "Ein Mann der sagt, dass es ihm emotional nicht gut geht, wird schnell als unmännlich belächelt", sagt Zimmermann. "Dabei sollten psychische Probleme genau so ernst genommen werden, wie körperliche."

Das Ziel des Projekt:
Männer in Bezug auf Gesundheitsvorsorge und Prävention zu sensibilisieren, zu informieren und gegebenenfalls Kontakte zu Ärzten und weiterführenden Informations- oder Hilfsangeboten und die von den Krankenkassen gebotenen Vorsorgeuntersuchungen verschaffen.

"Schon ab 35 gibt es mit dem Hautkrebscheck eine reguläre Vorsorgeuntersuchunge für Männer - die sollte auch in Anspruch genommen werden", sagt Zimmermann. Über sexuelle Gesundheit informiert im Rahmen des Projekts das Fachteam der AIDS-Hilfe, zu anderen Themen wurden strategische Kontakte mit Fachärzten aus den Bereichen Urologie und Dermatologie geschlossen, im Bereich Psyche wird an spezielle Beratungsstellen verwiesen. Be Man richtet sich an Männer jeden Alters und spricht ausdrücklich homo-, hetero- und bisexuelle Männer an - auf der Be Man-Website auch mit an die jeweilige Zielgruppe angepassten Informationen und deutlich unterschiedlicher Sprache.

Die Bisexuellen sind Zimmermann als Zielgruppe besonders wichtig: "Bisexuelle sind eine vernachlässigte Gruppe. Sie werden in ihrer Orientierung sowohl von Hetero- als auch von Homosexuellen oft nicht ernst genommen. Bisexuelle Männer, die sich nicht zu ihrer Orientierung bekennen, und sie nur heimlich ausleben, hätten zudem besonderen Beratungsbedarf. "Wenn Sexualität nur heimlich, oder unter Druck ausgelebt wird, oder zur Enthemmung Alkohol oder Drogen konsumiert werden, ist man risikobereiter und gefährdet möglicherweise sich und andere."

Neben der Website, die mit den Plakaten in der Stadt beworben wird, ist eine Postkarten-Aktion in Planung; langfristig sind auch Informationsstände bei Veranstaltungen oder Vortragsveranstaltungen zu Männergesundheitsthemen wie Hodenkrebs geplant. "Männer können sich mit gesundheitlichen Problemen aller Art an die AIDS-Hilfe wenden", sagt Zimmermann.  



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