Jason Mraz: Feel-Good-Songs in Dauerschleife

Gina Kutkat & Benedict Glockner

Gestern Abend spielte Jason Mraz im proppevollen Zirkuszelt eines seiner zwei Deutschlandkonzerte - unterstützt wurde er von einer siebenköpfigen Band. Happy-Pop at its best? Gina war für fudder dabei.



Woher nimmt ein Kerl wie Jason Mraz eigentlich seine stimmliche Kraft? Er steht ganz einfach da, mit seiner Gitarre hinter dem Mikrofon, etwas schmächtig, und doch mit einer so kräftigen, hellen Stimme, die fesselt. Mal ist sie  messerscharf, mal engelssanft. Das klingt sogar noch besser als auf CD.

Dabei sieht er in seinen Baggy-Pants, dem roséfarbenen T-Shirt und dem Strohhut eher aus, als würde er auf ein Date in der nächsten Strandbar verabredet sein - womit wir auch schon beim ersten Klischee angekommen wären. Jason Mraz gilt als Sunnyboy, als Feel-Good-Künstler, als leichtfüßiger Singer/Songwriter. Und genau das lässt er an diesem Abend auf dem ZMF auch heraushängen - Klischee hin oder her.

Mit schwingenden Hüften, lässigen Bewegungen und Songs, die haarscharf an der Grenze zu Kaugummi-Pop vorbeischrammeln, sorgt er während seines 90-minütigen Konzerts dafür, dass es den Leuten im voll besetzten Zirkuszelt gut geht. Mit dem letzten Song "Butterfly (You've got it all)" beenden Mraz und seine siebenköpfige Band ihr Set und hinterlassen ein gutgelauntes und zufriedenes Publikum.

"Jason, Jason". "Jason, I Love You". Auf die Schreie aus dem Publikum geht Jason Mraz kaum ein. Sie scheinen auf der Bühne an ihm abzuprallen. Klar, er ist es wohl gewöhnt - trotzdem wirkt er nicht abgehoben, sondern ein bißchen beschämt. Seine Interaktion beruht auf gemeinsamen Singen und Klatschen. Einen Song widmet er den Leuten, die draußen auf der Wiese sitzen und dem Konzert lauschen. Eine Weile später ruft er sogar nach ihnen - ganz leise kommt etwas zurück. "I think there's only three people sittin' outside."

Jason Mraz Darbietung und der Sound im Zelt waren einwandfrei, gut und nett. Die Musiker auf der Bühne sorgten für eine solide musikalische Untermalung, die besonders von einem massierenden Bass geprägt war. Die drei Bläser zogen auf der Bühne von einer Ecke zur andern, gaben Solis zum Besten und versetzten den Songs von Jason Mraz eine Prise Funk.

Zu kritisieren sind die erste Hälfte des Konzerts, in der auf der Bühne mit Uptempo-Nummern, Überraschungen und Abwechslung gegeizt wurde. Was in ihnen wirklich steckt, zeigten Mraz & Co. erst kurz vor Schluss, als die Stimmung wären seines Überhits "I'm Yours" sowieso auf dem Höchsstand war. Danach konnten sie auch mit einem Cover von Lionel Richies "All Night Long" nichts mehr falsch machen. Jason Mraz ist seinem Auftrag als Dr. Feelgood nachgekommen.

Und, wie war's?



Josephine (17) und Daniel (26)


"Es war ein super Konzert. Uns hat Jason Mraz live noch besser gefallen als auf CD. Auch dass es Bläser mit auf der Bühne hatte, war klasse."

Jana, Constanze (beide 15), Yvonne (16) 

Jana: "Vor allem, wie er mit dem Publikum umgegangen ist, war toll. So eine lustige Show, aber ohne viel Aufwand. Constanze: Natürlich war seine Musik ebenfalls super."

Yvonne: "Mir hat die Art, wie er die Leute draußen vor dem Zelt verspottet hat, gefallen."

Antonia (17) und Julia (16)

Antonia: "Das Konzert war total gut. Mein Highlight war der Song "I'm Yours". Es herrschte eine gute Stimmung und Jason Mraz hat eine coole Show abgeliefert."

Julia: "Antonia hat schon fast alles gesagt. Jason Mraz macht selber eine sehr gute Stimmung, mein Highlight war der Song "Coyotes"."

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Foto-Galerie: Benedict Glockner


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